Mobile und Co: Versicherer rüsten gegen InsurTechs

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Kampf um den Endkunden geht weiter. Viele Versicherer wollen deshalb zeitnah mehr Geld in mobile Anwendungen stecken. Wo sonst noch investiert wird und welche Einbußen die Unternehmen durch InsurTechs erwarten, offenbart eine Studie.

Besonders auf dem Schlachtfeld der mobilen Anwendungen wird der Kampf um die Endkunden ausgetragen.

Besonders auf dem Schlachtfeld der mobilen Anwendungen wird der Kampf um die Endkunden ausgetragen. Bild: kaboompics/Pixabay

Kontinuierlich kommen neue InsurTechs auf den Markt. Zwar können sich nicht alle von ihnen in der Versicherungsbranche halten. Doch Experten gehen davon aus, dass sie aus ihren Fehlern lernen und zurückkommen werden – stärker, schlauer, besser. Zudem versuchen die jungen Unternehmen auch ihre Stimme gemeinschaftlich zu stärken.

Dass die etablierten Versicherer ihren stark digitalisierten Mitbewerbern den Zugang zum Endkunden jedoch nicht kampflos überlassen wollen, belegt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens PwC. Dafür ausgewertet wurden die Angaben von 189 Versicherungsunternehmen aus 40 Ländern, darunter Deutschland.

Top-Trends „Mobile“ und „Data Analytics“

Mit 84 Prozent gab der Großteil der Versicherer an, in den nächsten Monaten in neuartige datenanalytische Verfahren („Data Analytics“) investieren zu wollen. Dies solle vor allem zu einer deutlich genaueren und individuelleren Risikoanalyse betragen.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (58 Prozent) will in den kommenden Monaten gezielt Geld in „Mobile“-Entwicklungen stecken. „Das ist eindeutig eine Antwort auf jene Finanz-Startups, die mit neuen Apps um Versicherungskunden werben“, sagt Alexander Hofmann, Versicherungsexperte bei PwC-Deutschland.

Jobkiller und Einnahmenverlust

Ein Drittel der befragten Unternehmen will sich außerdem zeitnah im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) weiterentwickeln. Versicherer erhoffen sich durch die KI unter anderem eine einfache Beratung für die breite Masse anbieten zu können und ihre Mitarbeiter von geistiger Fließbandarbeit zu befreien. Dass Automatisierung und Digitalisierung aber auch Jobkiller sein können, hatte sich dieser Tage am Beispiel der Allianz Deutschland gezeigt.

Über die Hälfte der Versicherer (56 Prozent) geht davon aus, dass sie durch ihre InsurTech-Konkurrenten maximal 20 Prozent ihrer Einnahmen (kleinstmögliche Angabe) einbüßen werden. PwC interpretiert das als Erfolg, da dieser Wert bei der letztjährigen Untersuchung noch bei 48 Prozent gelegen hatte und somit mehr Unternehmen von höheren Einbußen ausgingen.

Allerdings gaben bei dieser Untersuchung auch erstmals ein paar Versicherer an, Einkommenseinbußen in Höhe von 60 bis 80 Prozent (6 Versicherer) und sogar in Höhe von 80 bis 100 Prozent (2 Versicherer) zu erwarten. 

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