Magellan-Pleite: Wieviel bekommen die Anleger zurück?

Sachwerte von Martin Thaler

9.000 Anleger sind von der Pleite des Hamburger Container-Unternehmens betroffen. Nun hat der Insolvenzverwalter einen möglichen Käufer gefunden. Was dieser Verkauf für die Anleger bedeuten würde und welche Alternative es gibt.

Der Insolvenzverwalter hat einen Käufer für das Magellan-Containerportfolio gefunden.

Der Insolvenzverwalter hat einen Käufer für das Magellan-Containerportfolio gefunden. Foto: snoku - Pixabay.de

Hoffnung für die Anleger der insolventen Magellan Maritime Services. Wie Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt mitteilte, sei die Buss Global-Gruppe aus Singapur bereit, die Magellan-Container für 160 Millionen Euro zu erwerben – zuzüglich einer möglichen Erfolgsbeteiligung von 15 Millionen US-Dollar. Weitere Details hierzu nannte Borchardt nicht.

Voraussetzung hierfür sei aber, dass die deutliche Mehrzahl der Anleger dem Verkauf zustimmt, heißt es von Seiten des Insolvenzverwalters. Diese sollen jetzt bis mindestens zum 30. Juni dieses Jahres befragt werden.  

 „Die ersten 100 Millionen Euro könnte ich bis Jahresende ausschütten“, so Borchardt weiter. Mit den 160 Millionen würden die Anleger knapp die Hälfte ihrer Investments verlieren – das Gesamtinvestitionsvolumen der Magellan-Anleger lag bei rund 350 Millionen Euro.  

Alternative zum Verkauf

Zustimmung zu dem vereinbarten Geschäft gibt es auch von Seiten des Gläubigerausschusses. „Der Gläubigerausschuss steht uneingeschränkt hinter dem Verhandlungsergebnis und hat die Vereinbarung einstimmig bestätigt", sagt Rechtsanwalt Jörn Weitzmann, Sprecher des Magellan-Gläubigerausschusses.   Sollte die Befragung nicht mit einem deutlich positiven Klima im Bezug auf den Verkauf an Buss, einem der weltweit größten Investoren in Seecontainer, enden, kündigte Borchardt an, die Mietverträge mit den Reedereien bis zum Ende der Laufzeit fortzuführen und die Seekisten danach einzeln zu verkaufen.

Einer Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zufolge würden die Erlöse aus diesem Abwicklungsszenario zwischen 127 und 178 Millionen Euro liegen. Borchardt warnt aber: „So würden die ersten Abschlagszahlungen erst im Jahr 2019 fließen. Zudem dürfte sich das Gesamtverfahren noch bis zu neun Jahre hinziehen.“ Zusätzlich müsste mit erheblichen finanziellen Unwägbarkeiten in Form schwankender Devisenkurse, unsicherer Containerverkaufspreise und möglicher Insolvenzen von Reedereien gerechnet werden.  

Insgesamt 9.000 Anleger sind von der Insolvenz des Hamburger Container-Unternehmens betroffen gewesen. Dessen Geschäftsmodell sah folgendermaßen aus: Anleger kauften Container, Magellan vermittelte diese dann an Reedereien in der ganzen Welt und kassierte die Mieteinnahmen. Am Ende der vereinbarten Laufzeit wollte Magellan die Container dann von den Anlegern erwerben. Im Frühjahr des vergangenen Jahres erklärten die Hamburger dann Insolvenz. 

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