Göker: Prozess-Termin steht

Panorama Top News von Michael Fiedler

Mehmet Göker wird der Prozess gemacht. Genau gesagt sogar zwei. Die Verhandlungstage gegen den Ex-MEG-Chef wurden nun terminiert.

Göker-Prozess terminiert

In Geberlaune: So zeigte sich Mehmet Göker gern. Bei der Herausgabe der Kundendaten soll er nicht so freigiebig gewesen sein. Bild: Ulf Schaumloeffel

Die Mühlen der deutschen Justiz mahlen – wenn auch langsam. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet, hat das Landgericht Kassel Termine für Verhandlungen gegen Mehmet Göker anberaumt. Demnach wird der erste Prozesstag am 8. März 2018 stattfinden. Vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Kassel sind weitere fünf Folgetermine angesetzt.

Daten: Das Gold der Branche

Göker wird in diesem Prozess vorgeworfen, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse verraten zu haben. Konkret geht es darum, dass Göker nach der MEG-Pleite Kundenadressen unterschlagen haben soll. Diese Daten sind das eigentliche „Gold“ der Branche. Experten gehen davon aus, dass diese Datensätze einen erheblichen Wert darstellen und sie sind eigentlich der Konkursmasse von MEG zuzuordnen. Göker soll die Daten von der Türkei aus verwendet haben, um PKV-Tarifwechsel herbeizuführen. In einem weiteren Verfahren sollen gleichzeitig die Betrugsvorwürfe gegen Göker verhandelt werden.

Dass der Prozess so lange auf sich hat warten lassen, war zwischenzeitlich sogar Gegenstand im hessischen Landtag. „Wir sind entsetzt, dass es offenbar kein Gerichtsverfahren gegen Mehmet Göker geben wird“, erklärte damals Brigitte Hofmeyer (SPD).
Nun, acht Jahre nach der Flucht Gökers in die Türkei, ist der Verhandlungstag also terminiert. Göker selbst freut sich auf den Prozess. Es werde endlich Zeit, dass die Sache final geklärt werde, zitiert die HNA unter Berufung auf ein Telefonat mit Göker.
Ob Göker seklbst an den Verhandlungen teilnimmt, ist ungewiss. Es besteht kein Auslieferungsabkommen mit der Türkei.

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