Finanztest: BU-Rating versöhnt Makler...ein wenig

Berater Top News von Martin Thaler

Die Zeitschrift Finanztest hat wieder einmal zahlreiche Berufunfähigkeitstarife untersucht und bewertet. In der Vergangenheit sorgten diese Tests oftmals für deutliche Kritik. Wie sieht es in diesem Jahr aus - hat man bei Finanztest dazugelernt?

Die Zeitschrift Finanztest hat wieder Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet.

Die Zeitschrift Finanztest hat wieder Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet. Foto: dpa

Es ist wieder soweit: Die Zeitschrift Finanztest hat in ihrer aktuellen Ausgabe wieder die Berufsunfähigkeitstarife der deutschen Versicherer unter die Lupe genommen und ist dabei zu einem positiven Urteil gekommen.  

Von den 74 untersuchten Tarifen bekamen gleich 31 die Note „sehr gut“ verliehen, viele weitere 34 Tarife erhielten zudem das Qualitätsurteil „gut“. Nur sieben Mal vergaben die Tester das Urteil „befriedigend“, ein Versicherer musste sich mit „ausreichend“ begnügen.  

Untersucht wurden sowohl Zusatzversicherungen als auch selbstständige BU-Tarife. Die Versicherer waren dabei gebeten worden, ein Angebot für den jeweils preiswertesten Schutz für drei Modellkunden (Diplomkaufleute im Alter von 30 Jahren, einen Industriemechaniker mit Kind und eine medizinische Fachangestellte, jeweils 25 Jahre alt) abzugeben.  

In die Bewertung flossen zu einem großen Teil (75 Prozent) die Versicherungsbedingungen mit ein. Hierzu zählen unter anderem:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung  
  • Rückwirkende Leistung für mindestens drei Jahre  
  • Nachversicherungsgarantie  
  • Stundungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten  
  • Garantierte Dynamik im Leistungsfall  
  • Weltweite Geltung  
  • Verzicht auf § 19 Abs. 3 und 4 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)  

Auch die Qualität der Antragsformulare spielte bei der Bewertung eine Rolle, wenn auch dieses Ergebnis nur mit 25 Prozent in die Gesamtbewertung einfloss. Hierbei wurde unter anderem darauf geachtet, dass

  • Fragen zu stationären Krankenhausaufenthalten sich nur auf die vergangenen zehn Jahre beziehen  

  • der Versicherer nicht fragt, ob der Kunden bereits bei anderen Anbietern Anträge gestellt hat, die abgelehnt oder nur zu erschwerten Bedingungen angenommen wurden  
  • Die vorvertragliche Anzeigepflicht klar und verständlich formuliert wird  

Nicht alle Versicherer beteiligten sich an dem Test. So gaben unter anderem die Concordia oeco, Inter, Helvetia, IptiQ, Itzehoer, LVM, Mecklenburgische, Münchener Verein, Neue Leben, Targo und die ÖSA ohne Angabe von Gründen keine Angebote ab.  

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