EU-Rente soll Riester Konkurrenz machen

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Nur 27 Prozent der Europäer sorgen privat vor. Das soll sich ändern, meint die EU-Kommission und arbeitet an einer europaweiten Privatrente. Die Kernpunkte wurden nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stellte PEPP vor: Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis.

Stellte PEPP vor: Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Foto: dpa

Europa sieht sich mit einer enormen demographischen Herausforderung konfrontiert. Bis 2060 verschieben sich die demographischen Verhältnisse in der Form, dass auf einen Pensionär nur noch zwei Menschen im arbeitsfähigen Alter kommen. Zum Vergleich: Heute ist das Verhältnis 4 zu 1.  

Entsprechend steigt der Druck auf die nationalen Rentensysteme, was unter anderem an der rentenpolitischen Situation in Deutschland immer wieder deutlich wird. Die staatliche Rente kann das Auskommen vieler Menschen im Alter nicht mehr garantieren. Die Lage sei besorgniserregend, rund die Hälfte aller derzeitigen Arbeitnehmer sei von Altersarmut bedroht, rechnet die Gewerkschaft Verdi vor.

Um diesem Problem zu begegnen, möchte die Europäische Kommission die private Altersvorsorge fördern. Und zwar in Form einer europaweiten Privatrente, dem sogenannten Pan-European Personal Pension Product, oder kurz und knapp PEPP. Das Konzept für diese europäische Privatrente stellte Kommissions-Vizepräsident Valdas Dombrovskis an diesem Donnerstag in Brüssel vor.  

Die Ausgangslage sei nämlich ernst, betonte Dombrovskis. So würden europaweit nur 27 Prozent der Europäer zwischen 25 und 59 Jahren privat fürs Alter vorsorgen. Das Problem ist aus Sicht der EU-Kommission Marktversagen in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten. So gebe es für die Kunden oftmals nur ein begrenztes Angebot, nur wenig Wettbewerb zwischen den Anbietern und versteckte Gebühren. Zudem sei der Wechsel von Anbieter zu Anbieter gar nicht oder nur mit hohen Gebühren möglich.  

In diese Bresche soll nun PEPP schlagen. Dombrovskis nannte die Einführung einen wichtigen Meilenstein bei der Vervollständigung der europäischen Kapitalmarktunion. „Es hat enormes Potenzial, da es den Sparern innerhalb der Europäischen Union mehr Möglichkeiten bieten wird, ihr Geld für den Ruhestand anzulegen.“  

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