Debeka kauft sich ein Stück Ottonova

Versicherungen von Florian Burghardt

Der größte private Krankenversicherer hat sich an dem PKV-Startup Ottonova beteiligt. Dieses will nun zeitnah die ersten Policen verkaufen. Wie viel Prozent die Debeka hält und was sie sich von der Beteiligung verspricht.

Rund 10 Prozent der Anteile an Ottonova hat die Debeka erworben.

Rund 10 Prozent der Anteile an Ottonova hat die Debeka erworben. Bild: TesaPhotography/Pixabay.com

Die Debeka setzt weiter auf Synergieeffekte. Erst Anfang des Monats hatte der Lebensversicherungsverein des Koblenzer Konzerns verkündet, sich mit vier anderen Lebensversicherern zum „Rentenwerk“ zusammenschließen und gemeinsam eine Betriebsrente anbieten zu wollen.

Nun folgt die nächste Meldung – diesmal aus dem Bereich der privaten Krankenversicherung. Hier hat die Debeka rund zehn Prozent der Anteile an dem ersten digitalen Krankenversicherer in Deutschland, Ottonova, erworben, der dieser Tage seinen Geschäftsbetrieb aufnehmen will. Das bestätigte Dr. Gerd Benner, Leiter Unternehmenskommunikation bei Debeka, auf procontra-Nachfrage.

Digital dranbleiben

Der größte deutsche Krankenversicherer will sich augenscheinlich nicht auf seinem Bestand von über 2,3 Millionen vollversicherten Personen ausruhen. „Wir wollen und müssen unsere Geschäftsprozesse überprüfen und sukzessive an neue Kundenbedürfnisse und digitale Entwicklungen anpassen. Mit unserer Beteiligung an Ottonova haben wir die Möglichkeit, Entwicklungen in der digitalen Praxis frühzeitig zu erkennen und mitzuverfolgen. Wir werden Erfahrungen sammeln, mit denen wir unsere eigenen Prozesse perspektivisch optimieren können“, so Benner.

Von den Erfahrungen sollen dann mittelbar auch die Debeka-Versicherten profitieren. Ein Wechsel von Versicherten zwischen den beiden Anbietern sei aber nicht geplant. Auch beim Geschäftsbetrieb von Ottonova werden die Koblenzer nicht mitbestimmen, heißt es.

Der digitale Krankenversicherer war für procontra gestern nicht zu erreichen. Laut verschiedenen Medienberichten soll die Investition der Debeka (rund zehn Millionen Euro) aber unter anderem die BaFin-Lizenz für Ottonova absichern. 

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