Das sagt eine PKV-Maklerin zu den ottonova-Tarifen

Berater Top News von Florian Burghardt

In ihrem aktuellen Blogbeitrag analysiert die KVoptimal-Chefin, Anja Döring, die beiden Vollversicherungstarife von ottonova. Was sie daran als "neu und unerwartet" bezeichnet und wo Vor- und Nachteile für den Kunden liegen könnten.

PKV-Expertin Anja Döring hat in ihrem Blog die beiden Vollversicherungstarife des neuen Anbieters ottonova analysiert.

PKV-Expertin Anja Döring hat in ihrem Blog die beiden Vollversicherungstarife des neuen Anbieters ottonova analysiert. Bild: KVoptimal

Erst vergangene Woche hat die ottonova Krankenversicherung AG als erster digitaler PKV-Anbieter ihren Betrieb aufgenommen. Zur „Eröffnung“ gab es viel Aufmerksamkeit und zahlreiche Meldungen. Unter anderem wurde bekannt, dass der PKV-Marktführer Debeka mit zehn Prozent beteiligt ist. Auch das erste Rating liegt bereits vor. So hat Assekurata die beiden Vollversicherungstarife von ottonova mit „sehr gut“ (Tarif „Business Class“: Note 1,1 und Tarif „First Class“: Note 1,2) bewertet.  

Laut Anja Döring, Geschäftsführerin des PKV-Wechsel-Maklers KVoptimal, habe es in der Maklerszene aber auch bereits die ersten schlechten Worte zu dem neuen Anbieter gegeben. Unter anderem sei von „argen Schnitzern in den Bedingungen“ die Rede. In ihrem Blog hat sie das ottonova-Angebot nun aus ihrer Sicht analysiert.

Viele Leistungen nur mit Zusage

Laut Döring habe ottonova die relevanten Leistungsmerkmale erwähnt und sich durchaus marktfähig im Mittelklasse- bis Hochleistungssegment platziert. So würden beide Tarife Leistungen in wichtigen Bereichen wie beispielsweise künstliche Befruchtung, gemischte Anstalten, Hospizleistungen oder Soziotherapie enthalten.

Als neu und unerwartet bezeichnet Döring, dass ottonova für mehr als die Hälfte seiner Leistungsmerkmale die vorherige Einholung einer Zusage durch den Kunden vereinbart hat. Sprich: Wird für die Leistung vorher keine Zusage bei ottonova eingeholt, gibt es keine Leistung.

Für den Kunden bedeutet das mehr Aufwand, bringt aber auch einen entscheidenden Vorteil mit sich. Denn so würde er, laut Döring, nachgelagert keine Probleme bei der Regulierung bekommen. Der Versicherer wiederum könne auf diesem Wege die Kosten besser steuern, beispielsweise bei der Auswahl der Klinik oder der Maßnahme behilflich sein. Dies könne zu günstigeren Beiträgen führen.

Digital, aber kontaktfreudig

Die Bedingungen von ottonova, die im Falle von Leistungsanträgen auf einen häufigen Kontakt mit dem Versicherer ausgelegt sind, könnten sich auch noch aus einer anderen Sicht als positiv erweisen. Laut Döring herrsche bei den Kunden eine hohe Unwissenheit über die versicherten Leistungen. Leistungslücken und Unzufriedenheit seien die Folgen.

„Den Kunden nahe am Unternehmen zu halten und online mit fachkundigem Personal die notwendige Hilfe zu bieten ist in jedem Fall neuartig. Mittelfristig ist es denkbar, dass dieser Weg beim Kunden zu einem besseren Verständnis der PKV-Thematik führt“, schreibt die Maklerin in ihrem Blog. Dort hat sie auch eine Gegenüberstellung der beiden ottonova-Tarife verfasst, jeweils als PDF-Datei für die Leistungsbereiche ambulant, dental, stationär und allgemein. 

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