Bundesregierung: Frauen brauchen mehr bAV

Berater Top News von Florian Burghardt

Laut dem zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung geht es zwischen Männern und Frauen immer gerechter zu. Das gilt aber nicht für die Altersvorsorge. Abhilfepotenzial sieht die Politik in der bAV. Dies könnte eine Chance für Vermittler sein.

Berufstätige Frauen verfügen seltener über eine Betriebsrente als ihre männlichen Kollegen.

Berufstätige Frauen verfügen seltener über eine Betriebsrente als ihre männlichen Kollegen. Bild: helpsg/Pixabay.com

Die Bundesregierung hat den zweiten Gleichstellungsbericht nach 2011 per Kabinettsbeschluss verabschiedet. Dieser analysiert unter Berücksichtigung vieler Aspekte, unter anderem Beruf, Familie und Digitalisierung, den Grad der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik. Im Vergleich zum Bericht von vor sechs Jahren kommt die Sachverständigenkommission zu dem Ergebnis, dass sich die Bundesbürger vor allem auf mentaler Ebene mehr in Richtung Gleichstellung orientieren.

„Die meisten jungen Frauen und Männer wollen heute sowohl den eigenen Lebensunterhalt sichern als auch Zeit für die Familie haben. Sie wollen sich gegenseitig bei der beruflichen Entwicklung unterstützen, sich die Sorgearbeit teilen und das Familienleben gemeinsam gestalten“, heißt es dazu von Seiten der Bundesregierung.

Ungleichheit in der Rente

Vergleichsweise weit voneinander entfernt sind Männer und Frauen hingegen im Bereich der Altersabsicherung. Besonders deutlich wird dies bei der Gegenüberstellung der durchschnittlichen gesetzlichen Rente. Ende 2015 betrug diese in Westdeutschland bei Männern 1.014, bei Frauen nur 583 Euro. Das hängt vor allem mit der deutlich kürzeren Beitragszeit von Frauen (durchschnittlich 30,1 Jahre gegenüber 41,4 Jahre bei Männern) zusammen. In Ostdeutschland liegen die Renten deutlich näher beieinander (Männer: 973 Euro; Frauen: 860 Euro).

Zwar erwähnt der Bericht auch, dass Armut auf Haushaltsebene zu messen sei und Witwen häufig noch Hinterbliebenenrenten zur Verfügung stünden. Dennoch wären Frauen im Alter deutlich häufiger bedürftig als Männer, was sich auch durch den erhöhten Bezug von Grundsicherungsleistungen durch Frauen ab 65 Jahren zeige.

Positive Entwicklungstrends

Für eine zukünftige Gleichstellung von Männern und Frauen in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) werden im Bericht mehrere positive Entwicklungstrends genannt:

  • Bessere Ausbildung  
  • Kürzere Erwerbsunterbrechungen  
  • Verbesserte Anrechnung von Kindererziehungszeiten (und Pflegezeiten) in der GRV  
  • Späterer Renteneintritt  
  • Verbesserte Arbeitsmarktlage  
  • Mindestlohneinführung

Die Autoren des Berichts gehen deshalb davon aus, „dass sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und der Gender Pension Gap sich weiter verringern dürfte.“ Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass sich die Angleichungen der Renten von Männern und Frauen zuletzt weniger aus den steigenden Renten der Frauen, als vielmehr aus den sinkenden Renten der Männer ergaben.

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