bAV: „Massive wirtschaftliche Einbußen“ für Makler

Berater von Michael Fiedler

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) führt zu einem „tiefgreifenden Umbruch“ bei der Beratung zur betrieblichen Altersversorgung (bAV). bAV-Vermittler und Makler müssten „massive wirtschaftliche Einbußen“ hinnehmen, warnt der Bundesverband pauschaldotierte Unterstützungskassen.

betriebliche Altersversorgung bAV

Manfred Baier, Vorsitzender des Bundesverbandes pauschaldotierte Unterstützungskassen e.V., sorgt sich um das Wohl von bAV-Vermittlern und Maklern. Bild: Bundesverband pauschaldotierte Unterstützungskassen e. V.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll Anfang Juli den Bundesrat passieren. Danach werde die Hoheit über betriebliche Altersversorgung (bAV) hauptsächlich in den Händen der Tarifparteien liegen, so Manfred Baier vom Bundesverband pauschaldotierte Unterstützungskassen. „Der Markt und die Möglichkeiten für Vermittler und Makler werden sehr viel enger“, so Baier weiter. Denn gleichzeitig seien versicherungsbasierte Lösungen in Zeiten von Niedrig- oder Nullzinsen dadurch unattraktiver geworden, dass nun auch eine haftungsfreie Zielrente in der bAV möglich ist und die Versicherungen keine mit Garantien unterlegten Produkte mehr ausgeben dürfen. Höhere Risiken sind damit auf die Arbeitnehmerschaft abgewälzt, schlussfolgert Baier. In einer Verbandsmeldung heißt es, bAV-Vermittler und Makler müssten „massive wirtschaftliche Einbußen hinnehmen“.

Zugang zu Versicherungslösungen wird eingeschränkt

Zwar wären durch die neue Gesetzgebung einige Einstiegshürden für Unternehmen abgesenkt, der Zugang zu Versicherungslösungen aber werde den bAV-Vermittlern und Maklern nach Verbandsmeinung eingeschränkt: Für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), die klassische Zielgruppe von bAV-Vermittlern und Maklern, sind die neuen Bestimmungen nur gültig, wenn sie sich den jeweiligen Vereinbarungen der Tarifpartner anschließen. Dazu zählt auch, dass Arbeitgeberzuschüsse in Höhe von mindestens 15 Prozent des Vorsorgebeitrages anfallen. Ob sich die KMU bei dieser Hürde vorgegeben Gewerkschaftsstrukturen und bAV-Angeboten anschließen, hält Baier für fragwürdig. „Ein verantwortungsvoller Unternehmer wird seinen Mitarbeitenden eine betriebliche Altersvorsorge guten Gewissens nur anbieten, wenn für sie eine klare, sichere und fest kalkulierbare Leistung gegeben ist, die auch für den Unternehmer selbst betriebswirtschaftlich und finanzwirtschaftlich interessant ist“, so Baier. Risiken auf Mitarbeiter abzuwälzen und den Mitarbeiter im Unklaren zu lassen, motiviere niemanden.

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