Akzenta AG: Letzter Prozess gegen Vermittler endet

Berater Recht & Haftung von Michael Fiedler

Gut 11 Jahre nachdem der Geschäftsbetrieb der Akzenta AG wegen des Verdachtes des unerlaubten Schneeballsystems von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde, ist jetzt auch der wohl letzte Prozess gegen ehemalige Vermittler beendet. Ein Prozess, der auch aufzeigt, wie vermeintliche Verbraucherschutzanwälte unbedarfte Kunden trotz erkennbarer Aussichtslosigkeit in unsinnige Prozesse führen.

Erfolgreich für Vermittler: Norman Wirth

Einmal mehr erfolgreich für Vermittler: Rechtsanwalt Norman Wirth. Bild: procontra-Archiv

Das Geschäftsmodell der Akzenta AG, welche u.a. sogenannte Umsatzbeteiligungen mit der Aussicht auf Zahlungen an die Kunden verkaufte, hatte jahrelang großen Zulauf erfahren. Im Frühjahr 2006 wurde dann die Geschäftsführung festgenommen und Firmengelder wurden eingefroren. Es kam in der Folge zu strafrechtlichen Verurteilungen der Firmenleitung wegen gewerbsmäßigem Betruges im Jahr 2008 und im Jahr 2009 zur Insolvenz des Unternehmens.

100 Mio. Euro Schaden

Es handelt sich - gemessen an der Zahl der Gläubiger - um eines der größten Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Mehr als 15.000 Gläubiger haben Forderungen in Höhe von nahezu 100 Mio. Euro beim Insolvenzverwalter angemeldet. Ein Ende des Verfahrens ist bisher nicht absehbar. Viele Kunden versuchten auch Schadenersatz von den damaligen Vermittlern dieser Umsatzbeteiligungen zu erhalten. Die Prozesse gingen zum Teil zugunsten, zum Teil aber zuungunsten der Vermittler aus.

Der wohl letzte Prozess gegen Vermittler fand nun am Landgericht Hanau sein Ende. Den beiden beklagten Vermittlern, welche auch Versicherungs- und Finanzanlageprodukte vermittelt haben, wurde die Verletzung von Beratungs- und Auskunftspflichten im Jahr 2004 im Zusammenhang mit der Akzenta-Umsatzbeteiligung vorgeworfen.

In der ersten Instanz gewannen die Vermittler noch wegen eines falsch gestellten Antrages des Anwalts der Kundin – so jedenfalls das Amtsgericht Gelnhausen. Hiergegen wurde Berufung eingelegt. Nun wurde das Landgericht Hanau deutlich und machte kurzen Prozess. Per Beschluss (Az. 2 S 172/16) wurde die Berufung der Kundin wegen Verjährung zurückgewiesen. Die von Beginn an durch die Kanzlei Wirth-Rechtsanwälte vertretenen Vermittler hatten also wieder Erfolg.

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