Zankapfel IDD: Wer vertritt die Makler würdig?

Berater IDD von Michael Fiedler

Die Umsetzung der IDD in deutsches Recht ist so bedeutend, dass alle Vermittlerverbände mit einer gemeinsamen Stimme sprechen sollten. Die Verhandlungen zur IDD-Umsetzung sind noch nicht abgeschlossen, da brechen zwischen den Verbänden die alten Gräben auf. Worum es geht.

Michael Heinz (links) und Dr. Hans-Georg Jenssen

Welcher Verband zeigt mehr Einsatz beim Kampf für Makler? BVK-Präsident Michael Heinz (links) und VDVM-Vorstand Dr. Hans-Georg Jenssen. Bild: procontra

Fast auf den Tag genau vor zwei Monaten trafen sich Vertreter der wichtigsten Vermittlerverbände in Berlin. Eingeladen hatte procontra, um gemeinsame Positionen zu formulieren und gebündelt an Politiker weiterzugeben.
Angesichts der weitreichenden Veränderungen, die die Umsetzung vorsieht, war es angebracht mit einheitlicher Stimme aufzutreten. Diese Haltung wurde von allen Teilnehmern des Treffens geteilt. Zumindest, so lange noch alle Vertreter in Berlin waren.
Denn schon eine gemeinsame Unterschrift aller Teilnehmer war nicht zu bekommen. Kurz vor Veröffentlichung des Konsens-Papiers lehnte der BVK die Unterschrift ab. Der Verband wolle sich in dieser entscheidenden Phase keine Gesprächskanäle verbauen, hieß es gegenüber procontra.

VDVM: „BVK stellt Solidarität unter Vermittlern auf die Probe“

Die Haltung des BVK stieß bei anderen Verbänden (die auch politische Gespräche führen) auf wenig Verständnis. Dr. Hans-Georg Jenssen, Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler (VDVM), macht seinem Ärger in einem Rundschreiben Luft, das am Montag versandt wurde.
Darin heißt es: „Am Freitag fand die Jahreshauptversammlung des BVK statt, in der auch in dem öffentlichen Teil eine Podiumsdiskussion zur IDD stattfand. Dort wurde deutlich, dass der BVK mit dem, was im Referentenentwurf steht, zufrieden sei. Ein gemeinsames Papier mehrerer Vermittlerverbände zur IDD, das den Hauptteil unserer Kernanliegen aufgreift und das wir mitunterzeichnet haben, hat der BVK nicht unterschrieben. Der BVK-Präsident räumte ein, dass es divergierende Interessen in der Vermittlerschaft gäbe, der BVK sei aber immer noch die größte Interessenvertretung der Vermittler in Deutschland. Heinz wörtlich (so zitiert Versicherungsmonitor, Anwesende bestätigten die Äußerung): „Was stört es die deutsche Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr reibt?“
Diese Äußerung – verbunden mit der „Wir-sind-zufrieden-Haltung“ des BVK ist es wohl, die beim VDVM für Unmut sorgte: „Wer so das Wirken anderer Verbände, die sich für sich für die Versicherungsmakler einsetzen, abqualifiziert, darf sich nicht wundern, dass er die Solidarität der Vermittler insgesamt auf den Prüfstand stellt.“

Damit treten – noch bevor die Verhandlungen zur IDD-Umsetzung abgeschlossen sind – die Bruchstellen in der „Vermittler-Lobby“ deutlich zu Tage. Inwieweit sich das noch auf die ausstehenden Gespräche auswirkt, bleibt abzuwarten. Der VDVM ist jedenfalls - anders als der BVK - mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden.

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