Wird Check24 zum Endgegner für Knip & Co.?

Digital von Martin Thaler

Das Vergleichsportal Check24 greift mit einer Produktoffensive InsurTechs wie Knip & Clark direkt an. Für die Online-Makler mehren sich die Anzeichen, dass ihre Geschäftsmodelle in einer Krise stecken.

Check24 wird mit seinem neuen "Versicherungs-Center" in direkte Konkurrenz zu Online-Maklern wie Knip und Clark treten.

Check24 wird mit seinem neuen "Versicherungs-Center" in direkte Konkurrenz zu Online-Maklern wie Knip und Clark treten. Foto: Niap3d - Pixabay.de

Das Vergleichsportal Check24 geht im Wettstreit um Versicherungskunden in die Offensive. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ berichtet, bereiten die Münchener eine Produktoffensive vor, die sich unter anderem gegen Online-Versicherungsmakler wie Knip und Clark richtet.  

Dies soll mithilfe eines digitalen Versicherungsordner gelingen, mit dem auch viele der in Deutschland aktiven InsurTechs um Kunden buhlen. Einen solchen gibt es bei Check24 zwar bereits seit einiger Zeit, doch soll dieser in Zukunft nicht nur bei Check24 abgeschlossene Policen enthalten, sondern auch „fremde“, so dass Kunden ihren gesamten Versicherungsbestand auf einen Blick dargestellt bekommen. „Versicherungs-Center“ soll das neue Tool heißen.  

Mit dieser Offensive setzt Check24 die bisherigen Online-Makler gehörig unter Druck. „Gegenüber den Fintechs verfügen wir vor allem über den Vorteil, dass wir bereits auf einen festen Stamm von rund 15 Millionen zufriedenen Kunden zurückgreifen können“, erklärte Check24-Geschäftsführer Christoph Röttele gegenüber „Capital.  

Keine Bestandsräuberei

Makler können der Produktoffensive des Vergleichsportals indes relativ gelassen gegenübersehen. Während sich viele der anderen StartUps den Vorwurf der Bestandsräuberei gefallen lassen müssen, da Kunden mit Nutzung der vermeintlich kostenlosen Versicherungsordner gleichzeitig ihren Versicherungsbestand an die Online-Makler übertragen, will Check24 einen anderen Weg gehen. „Die Fintechs brauchen das Mandat, weil sie sich über die Provisionen finanzieren müssen. Wir dagegen können es uns leisten, den Service kostenlos anzubieten“, erklärt Röttele.  

In der vergangenen Zeit mehren sich die Anzeichen, dass die Geschäfte vieler InsurTechs sich nicht erwartungsgemäß entwickeln. So musste einer der Pioniere der Branche, der Schweizer Online-Makler Knip, Berichte erdulden, dass die Downloadzahlen seiner App massiv eingebrochen waren.  

Andere Online-Makler, wie GetSafe, planen, sich vom Makler zum Risikoträger zu entwickeln. Ein Weg, den in Zukunft auch noch weitere StartUps gehen werden, vermutet Dominik Groenen, der selbst gerade an der Entwicklung eines Versicherers sitzt. Das Geschäftsmodell von Knip und Clark habe schlicht und einfach seine Grenzen erreicht, erklärte er im procontra-Interview. 

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