„Makler sind die besten Rating-Agenturen“

Berater Top News von Florian Burghardt

procontra: Thema Gesundheitsfragen: Wie weit liegen die Anbieter hier auseinander? Wer fragt knapp und wo sind es ganze Fragenkataloge?

Mest: Die Fragenkataloge der Anbieter sind in vielen Punkten deckungsgleich. Entscheidend ist bei den Standard-Anträgen vor allem, wie weit rückwirkend gefragt wird. Bei den stationären Fragen zum Beispiel wollen die meisten Versicherer für 10 Jahre rückwirkend Auskunft haben. Andere wie die Stuttgarter oder die Continentale fragen nur 5 Jahre ab. Wer also vor 6 Jahren wegen einer schwereren Erkrankung im Krankenhaus lag, der wäre mit solchen Anbietern sehr gut beraten.

Größere Unterschiede hat man vor allem bei Anträgen mit vereinfachten Gesundheitsfragen: So bieten zum Beispiel die Allianz und die Stuttgarter Antragstellern einen deutlich abgespeckten Fragenkatalog an, wenn mit der RLV ein vor Kurzem abgeschlossenes Darlehen abgesichert werden soll. Die Basler ist gerade mit einer RLV auf den Markt gekommen, die für jüngere Antragsteller bis 39 Jahre einen deutlich übersichtlicheren Fragenkatalog vorsieht.

procontra: Für welche Kundenzielgruppen eignet sich die RLV am besten und warum?

Mest: Eine RLV ist für alle sinnvoll, die die finanzielle Verantwortung für andere Menschen tragen. Klassisch natürlich Eltern für ihre Kinder, aber auch Partner untereinander, die eine gemeinsame finanzielle Verpflichtung eingehen, die einer alleine nicht stemmen kann. Beispiele sind Hausbau oder Immobilienfinanzierung. Sinnvoll ist der Risikoschutz auch für Geschäftspartner. Gerade Existenzgründer sind oft wirtschaftlich voneinander abhängig. Passiert dem einen etwas, ist auch der andere finanziell schnell am Ende. Mit der ausgezahlten Versicherungssumme hingegen kann er die Zukunft angehen.

procontra: Was sind die häufigsten Einwände von Kunden gegen den Abschluss und wie gehen Sie damit um?

Mest: Sinnvolle Einwände gibt es ehrlich gesagt nicht. Wenn Eltern oder einem Elternteil etwas zustößt und die Kinder noch klein sind, dann steht die Familie finanziell oft mit dem Rücken zur Wand: Entweder ist das Einkommen des Partners und Hauptverdieners weggefallen, dann ist die RLV notwendig, um das zu ersetzen. Oder es ist demjenigen etwas zugestoßen, der zu Hause die Kinder betreut hat – dann muss eine Betreuung organisiert werden, die mit der Versicherungssumme der RLV finanziert werden kann. Und wenn Beiden etwas zustößt, kann die Versicherungssumme dazu verwendet werden, den Kindern die Ausbildung zu finanzieren, wenn die zum Beispiel bei Onkel, Tante oder den Großeltern unterkommen.

Oder eine andere Situation: Ein Paar finanziert eine Eigentumswohnung und einem der beiden passiert etwas – die Belastung wird oft zu groß für den Überlebenden sein. Aber mit einer RLV kann das Darlehen ausgelöst werden. Ich habe bei solchen Gesprächen mit diesen realistischen Szenarien noch nie gehört, dass jemand sagt: „Das schaffen wir dann auch ohne Versicherung.“ Es gibt bei der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen keine Alternative zur Risikolebensversicherung!

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