IDD: Keine Begünstigungen mehr für Laienvertrieb

Berater von Martin Thaler

Makler müssen auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, Annexvermittler indes nicht. Dies muss sich ändern, fordern Verbraucherschützer und machen Druck bei der IDD-Umsetzung.

Auch für Annexvermittler sollen die branchengängigen Vertriebsregeln gelten, fordern Verbraucherschützer.

Auch für Annexvermittler sollen die branchengängigen Vertriebsregeln gelten, fordern Verbraucherschützer. Foto: geralt - Pixabay.de

Die Verabschiedung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) geht auf die Zielgerade. Nicht nur Makler versuchen vor den entscheidenden Lesungen im Bundestag noch einmal Einfluss zu nehmen, auch Verbraucherschützer sind mit dem jetzigen Entwurf nicht uneingeschränkt zufrieden.  

Ein Ärgernis, das die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg umtreibt ist der Vertrieb sogenannter Annexversicherungen – also Versicherungen, die zu Alltagsgegenständen und Dienstleistungen mitverkauft werden, wie beispielsweise Handyversicherungen oder Reiserücktrittsversicherungen.  

Das Problem, das die Verbraucherschützer hierbei sehen sind nicht nur Produkte selbst, sondern deren Vertrieb. Denn dieser erfolgt in der Regel durch Laien, also keine hauptberuflichen Vermittler oder Makler. „Professionelle Versicherungsvermittler sind gesetzlich dazu verpflichtet, zu prüfen, ob die Versicherung zum Bedarf des Verbrauchers passt. Sie müssen Kunden beraten in vielen Fällen Alternativen aufzeigen“, erläutert Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.  

Weiter Begünstigungen für Laienvertrieb

All dies sei beim Laienvertrieb nicht gegeben. „Laien können Versicherungen nahezu nach Belieben unter die Leute bringen“, erklärt Grieble. Den Verbrauchern drohten dann oftmals böse Überraschungen, wenn sie Leistungen einfordern wollten und dann feststellten, dass die Versicherer in ihrem Fall gar nicht zahlen müssten, da die Versicherungsnehmer ein für sie vollkommen unpassendes Produkt erworben hätten.   Dass Problem könnte durch die Umsetzung der IDD in deutsches Recht behoben werden, merkt Grieble an.

Allerdings sehe der jetzige Entwurf weiterhin Begünstigungen für den Laien-Vertrieb vor. „Die begünstigenden Ausnahmen für den Laienvertrieb müssen ersatzlos aus § 34d der Gewerbeordnung gestrichen werden“, fordert Grieble.  

Der jetzige Regierungsentwurf zur IDD sieht Ausnahmen für sogenannte Annexvermittler vor. Diese sind allerdings klar geregelt. So gelten die IDD-Vorschriften nicht für Annexvermittler, die Produkte mit einer Jahresprämie von weniger als 600 Euro verkaufen. Bei einer Versicherung für eine Dienstleistung mit weniger als drei Monaten Dauer darf die Jahresprämie maximal 200 Euro betragen.  

Die  Ausnahmen gelten darüber hinaus auch nur für Versicherungen, die im Zusammenhang mit einer Reise stehen, den Defekt, Verlust oder die Beschädigung einer Ware absichern oder die im Zusammenhang mit der Nichtinanspruchsnahme einer Dienstleistung steht. 

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