Generalis Vitality-Programm droht Ärger

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Landes-Datenschützer aus Nordrhein-Westfalen kritisieren das Geschäftsmodell eines "überregionalen" Versicherers. Offenbar geht es dabei um das Vitality-Programm der Generali. Nun soll auch die BaFin eingeschaltet werden.

Bei der Generali sieht man die Vorwürfe der Datenschützer entspannt.

Bei der Generali sieht man die Vorwürfe der Datenschützer entspannt. Bild: Generali

Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen (LDI NRW) übt in ihrem aktuellen, 23. Datenschutzbericht Kritik am Geschäftsmodell einer „überregionalen Versicherungsgesellschaft“.

Datenschutzrechtliche Bedenken existieren auf Seiten der Beamten darin, dass die Daten der Verbraucher in Verbindung mit Wearable Computing (z.B. Fitness-Armbänder und andere am Körper getragene Kleincomputer) und Gesundheits-Apps dafür genutzt werden, um für Berufsunfähigkeits-, Lebens- und Krankenversicherungen verschiedene Vergünstigungen zu gewähren.

Die LDI NRW zweifelt an, dass die Einwilligungserklärungen und Verträge wirksam sind und damit keine Rechtsgrundlage für Datenverarbeitungen liefern. Sie seien unter Ausnutzung eines erheblichen Verhandlungsungleichgewichts zustande gekommen. Zudem würden Personen, die wegen ihrer Konstitution nicht in der Lage sind, an derartigen Programmen teilzunehmen, von vornherein ausgegrenzt.

Die Autoren des Berichts schlussfolgern daher eine Entsolidarisierungs-Dynamik im Versicherungswesen. „Der Prämienvorteil des einen sei der Prämiennachteil für den anderen“, heißt es im Bericht. Daher hat die Behörde die BaFin um eine versicherungsaufsichtsrechtliche Prüfung des Modells gebeten.

Seite 1: NRW-Datenschützer üben Kritik
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