Fiktive Berufsunfähigkeit: Versicherung soll knapp 500.000 Euro zahlen

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Was passiert, wenn eine Versicherung eine bestehende Berufsunfähigkeit nicht anerkennt? Über einen solchen Fall hatte nun das Landgericht München zu entscheiden.

Über die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit sowie die damit einhergehende Leistungspflicht des Versicherers hatte nun das Landgericht München zu entscheiden.

Über die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit sowie die damit einhergehende Leistungspflicht des Versicherers hatte nun das Landgericht München zu entscheiden. Foto: Hermann - Pixabay.de

Was passiert, wenn ein Versicherer bei vorliegender Berufsunfähigkeit eine Erklärung unterlässt, ob und zu welchem Zeitpunkt er seine Leistungspflicht anerkennt? Mit dieser Frage hatte sich das Landgericht München auseinanderzusetzen (Az: 23 O 12413/15).  

Der Fall  

Eine Frau hatte 2004 eine Risikolebensversicherung mit Zusatz-Berufsunfähigkeitsversicherung  mit einer monatlichen Rente von 5.141,39 Euro abgeschlossen, die auch ihren Ehemann einschloss. Als Ende des Leistungszeitraums wurde der 1. Januar 2026 vereinbart.  

Im Dezember erlitt der Mann der Frau, ein selbstständiger Steuerberater und Geschäftsführer einer Firma, einen Bandscheiben-Vorfall in der Lendenwirbelsäule, der auch mehrfach stationär behandelt werden musste. Der Mann war daraufhin nur noch eingeschränkt zum Sitzen und Stehen fähig und auch das Fahren seines Autos war ihm nur noch unter Einschränkungen möglich.  

Eine Verbesserung trat erst nach einer Operation 2015 ein, so dass ungefähr drei Monate nach dieser Operation aus orthopädischer Sicht keine Berufsunfähigkeit mehr vorlag. Der Mann war aber – wie in den Versicherungsbedingungen vorgesehen – über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten berufsunfähig.   Die Versicherung verneinte allerdings das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit.  

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