Erste Versicherer präsentieren Solvenzquoten

Versicherungen von Martin Thaler

Am Montag müssen alle Versicherer ihre Solvenzquote der Öffentlichkeit vorlegen - erste Unternehmen sind schon vorgeprescht. Der Aussagegehalt ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Guido Bader, Vorstandsmitglied bei der Stuttgarter Versicherung, warnt vor der nur bedingten Vergleichbarkeit der Solvenzquoten. Man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Guido Bader, Vorstandsmitglied bei der Stuttgarter Versicherung, warnt vor der nur bedingten Vergleichbarkeit der Solvenzquoten. Man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Bild: Stuttgarter/ Pixabay.de

In drei Tagen müssen sie vorliegen, dann ist der letzte Tag der Frist abgelaufen: Am Montag, 22. Mai, müssen die Versicherer ihre Solvency-II-Quoten öffentlich vorlegen um zu zeigen, wie gut sie in potenziellen Krisensituationen finanziell aufgestellt sind.  

Von den 350 Assekuranzen, die Auskunft über ihre Finanzlage geben müssen, sind die ersten bereits mit ihren Zahlen bereits vorgeprescht, wie unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Auch weitere Unternehmen verbreiten öffentlichkeitswirksam ihre Zahlen.  

 „Die Solvency-II-Quote zeigt, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden auch bei anhaltend niedrigen Zinsen dauerhaft erfüllen können“, kommentiert Daniel von Borries, Interims-CEO von Swiss Life Deutschland, in einer Pressemitteilung die auch Bedeckungsquote genannte Kennzahl von 391 Prozent.  

 

VersichererSolvenzquote
Swiss Life391
HUK Gruppe336
VHV Gruppe320
Hanse-Merkur300
Munich Re267
Hannover Rück Gruppe230
Allianz 218
Talanx186

Doch was bringt diese Kennzahl den Kunden? Der Nutzen dürfte dabei sich dabei als eher begrenzt herausstellen, wie auch von Borries einräumt: „Trotzdem rate ich von einfachen Vergleichen auf Basis der Quoten ab. Schließlich werden diese auf unterschiedliche Weise berechnet, so dass die Zahlen nur bedingt vergleichbar sind.“  

In die gleiche Kerbe stößt auch Guido Bader, Vorstandsmitglied der Deutschen Aktuarvereinigung und bei der Stuttgarter Lebensversicherung, im Gespräch mit procontra:  „Also ich kann nur zu großer Vorsicht raten, was Vergleiche angeht. Sie müssen gucken, dass sie wirklich Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen vergleichen“, mahnt Bader angesichts der Tatsache, dass manche Versicherer Übergangsmaßnahmen in Anspruch nehmen, andere hingegen nicht.  

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