Dieselgate macht auch Rechtsschutzversicherern Ärger

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Die BaFin verzeichnete in 2016 bei den Beschwerden gegen Rechtsschutzversicherer einen Anstieg um 40 Prozent. Bei wem sich die Anzahl der Fälle beinahe verfünffachte und was der VW-Abgasskandal damit zu tun hat.

Nicht nur bei Volkswagen, auch bei einigen Rechtsschutzversicherern sorgt der Abgasskandal für Reibereien.

Nicht nur bei Volkswagen, auch bei einigen Rechtsschutzversicherern sorgt der Abgasskandal für Reibereien. Bild: Picture Alliance

Die Versicherungsnehmer waren im vergangenen Jahr zufriedener mit den Anbietern ihrer Versicherungen. Das unterstreicht die Beschwerdestatistik im aktuellen Jahresbericht der BaFin. So gingen beispielsweise in der Lebensversicherung und in der Kfz-Versicherung jeweils rund 20 Prozent weniger Beschwerden bei der Finanzaufsicht ein als noch in 2015.

Ganz anders sieht es hingegen in der Sparte Rechtsschutzversicherung aus. Dort mussten die Versicherer ein sattes Beschwerde-Plus von 40 Prozent hinnehmen (856 Fälle gegenüber 611 in 2015). Betroffen waren 41 der 48 am Markt befindlichen Rechtsschutzversicherer – drei mehr als im Jahr davor.

Auf diese verteilten sich die Beschwerden allerdings alles andere als gleichmäßig. Vor allem drei Versicherer mussten in 2016 mit einem enormen Anstieg an Beschwerden klarkommen. Dabei handelt es sich um die Oerag, die Arag SE und die WGV.

VW-Abgasskandal als Auslöser

Während sich die Bestände an versicherten Risiken der drei Anbieter von 2015 auf 2016 kaum veränderten, stieg die Anzahl der Beschwerdefälle gegen sie stark an. Bei der Oerag um 87 Prozent (von 60 auf 112 Beschwerden), bei der Arag um 262 Prozent (von 65 auf 235) und bei der WGV sogar um 379 Prozent (von 19 auf 91).

Eine Begründung für den starken Anstieg liefert die BaFin in ihrem Jahresbericht gleich mit: „Bei den drei Versicherungsunternehmen mit den höchsten Beschwerdezahlen ist zu berücksichtigen, dass hier zahlreiche Paralleleingaben einer Rechtsanwaltskanzlei enthalten sind, die jeweils vergleichbare Sachverhalte (Deckungsschutz für Klagen im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal) betrafen.“ Eine Interpretation der Beschwerdezahlen sollte also mit Vorsicht erfolgen.

Besonders die Arag wird diesbezüglich seit letztem Jahr immer wieder von der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer, die nach eigenem Bekunden über 35.000 Geschädigte im VW-Abgasskandal vertritt, öffentlich für ihre Deckungsablehnungen kritisiert – procontra berichtete

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare