BVK: Honorarvermittlung soll Maklern erlaubt sein

Berater von Florian Burghardt

Auf seiner Jahreshauptversammlung hat sich der BVK vielseitig zur IDD-Umsetzung geäußert. Fernabsatz und Honorare waren genauso Thema, wie Provisionsabgabeverbot, Courtage-Ausweis und Kopplungsgeschäfte von Banken.

„Wünschenswert wäre eine flexible Vergütung für alle Versicherungsvermittler unabhängig von ihrer Vertriebsform", sagte BVK-Präsident Michael H. Heinz auf der Jahreshauptversammlung seines Verbandes.

„Wünschenswert wäre eine flexible Vergütung für alle Versicherungsvermittler unabhängig von ihrer Vertriebsform", sagte BVK-Präsident Michael H. Heinz auf der Jahreshauptversammlung seines Verbandes. Bild: procontra

Auf seiner zweitägigen Jahreshauptversammlung in Bonn hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) heute noch einmal Stellung zur anstehenden Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD in deutsches Recht bezogen.

Beim größten Vermittlerverband Deutschlands begrüße man den Willen des Gesetzgebers, das Vorhaben IDD noch in dieser Legislaturperiode abzuschließen und sieht sich dabei in vielen Punkten bestätigt. Beispielsweise mit Blick auf die wahrscheinliche Abschaffung der Ausnahmen für den Fernabsatz von Versicherungsprodukten wiederholte der Verband sein Credo, dass künftig kein Vertrieb ohne Beratung stattfinden dürfe. In diesem Punkt steht der BVK auf Kriegsfuß mit dem GDV.

Mit Verweis auf den Rechtsstreit gegen das Vergleichsportal Check24 wird BVK-Präsident Michael H. Heinz zitiert: „„Die Absicherung von existenziellen Risiken darf nicht einfach eine Sache von ein paar unüberlegten Klicks auf irgendwelchen Portalen sein. Daher bestärken wir den Gesetzgeber darin, für den Online-Vertrieb die gleichen Beratungs- und Informationspflichten festzuschreiben, wie sie bereits für den stationären Versicherungsvertrieb gelten.“

Kein Feilschen um Provisionen

Außerdem bekräftigte der BVK seine Forderung, das Provisionsabgabeverbot gesetzlich im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zu verankern, um falsche Anreize beim Vertragsabschluss zu vermeiden. Auch die Verankerung der Provision und Courtage als Leitvergütung begrüßt der BVK. Er befürwortet zudem ausdrücklich, dass „es Versicherungsmaklern erlaubt sein soll, Kunden, die nicht Verbraucher sind, gegen ein Honorar Versicherungen zu vermitteln“, so Heinz. „Wünschenswert wäre eine flexible Vergütung für alle Versicherungsvermittler unabhängig von ihrer Vertriebsform.“

Darüber hinaus befürwortete der Vermittlerverband in puncto Provisionstransparenz die bestehende Regelung eines Gesamtkostenausweises. „Ein gesonderter Provisionsausweis als Basis für den Produktvergleich wäre hingegen irreführend, denn eine Offenlegung der Höhe von Provisionen sagt nichts darüber aus, ob ein Produkt bedarfsgerecht für den Kunden ist“, erklärte Heinz.

Den Verbraucherschutz würde der BVK gerne durch ein Verbot von Kopplungsgeschäften im IDD-Umsetzungsgesetz gestärkt sehen. So sollte es aus Sicht des Vermittlerverbands den Kreditinstituten untersagt werden, Kreditvergaben mit der Vermittlung von Versicherungen zu koppeln.

An dem von procontra organisierten, gemeinsamen Konsens-Papier IDD (PDF-Datei) der wichtigsten Vermittlerverbände wollte sich der BVK allerdings nicht beteiligen

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