„Bis zu 10.000 Arbeitsplätze in den kommenden fünf Jahren“

Sachwerte von Michael Fiedler

Der Brexit wird noch weitreichende Folgen haben - nicht nur für die Briten selbst. procontra sprach mit Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., über die Chancen der Rhein-Main-Region.

Hubertus Väth ist Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V.

Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V., im Interview über den Brexit und die Folgen für die Rhein-Main-Region. Bild: Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V.

procontra: Wie bewerten Sie die Entscheidung Großbritanniens, aus der EU auszutreten?

Hubertus Väth: Wir respektieren die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Unserer Meinung nach ist es keine gute Entscheidung – weder für Großbritannien noch für Europa. Die Folgen des Referendums werden ganz Europa betreffen und bringen eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit insbesondere für den Standort Großbritannien. Für den Finanzplatz Frankfurt und die gesamte Region Rhein-Main ist der Brexit aber eine große Chance, wie sie nur selten kommt.

procontra: Mit Auslösung des Artikels 50 hat die Verhandlungsphase zwischen Großbritannien und der EU vor einigen Monaten begonnen. Am Wochenende legten die EU 27 auf einem Brexit Sondergipfel die Leitlinien für die Verhandlungen fest. Vor welchen Schwierigkeiten stehen nun die Parteien?

Väth: Beide Seiten haben unterschiedliche Interessen. Wichtig ist es, eine Balance zu finden. Ziel sollte es auf der einen Seite sein, einen ungeordneten Bruch zu vermeiden. Auf der anderen Seite muss aber die Mitgliedschaft in der EU attraktiv bleiben. Daher halten wir es für wichtig, die Maxime zu beherzigen: Stabilität des Finanzsystems kommt vor dem Einzelinteresse. Eine faire Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien trotz ‚Scheidung‘ sollte erreicht werden.

procontra: Wird London seine Stellung als führender Finanzplatz einbüßen?

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