BaFin wirft erneut Auge auf Provisionen

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Die BaFin schätzt derzeit, dass alle Lebensversicherer die geforderten Solvenzquoten erfüllen werden. Dies teilte die Behörde bei der Präsentation ihres Jahresberichts mit. In den Fokus der Aufsicht sollen zukünftig auch wieder die Provisionen rücken.

Versicherungs-Chefaufseher Dr. Frank Grund sieht die Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig außer Gefahr.

Versicherungs-Chefaufseher Dr. Frank Grund sieht die Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig außer Gefahr. Bild: Ramdlon/Pixabay.com

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase kommt die BaFin zu dem Ergebnis, dass die Lebensversicherer kurz- und mittelfristig keine lebensbedrohlichen Probleme haben werden. Dies betonte der BaFin-Exekutivdirektor für die Versicherungsaufsicht, Dr. Frank Grund, heute auf der Jahrespressekonferenz der Finanzaufsichtsbehörde.

Grund geht derzeit davon aus, dass diesmal alle Lebensversicherer die Solvenzquote nach Solvency II einhalten werden. Im ersten Quartal 2016 war aufgrund des schwierigen Kapitalmarktumfelds eine deutliche Verschlechterung der SCR-Quoten (Solvency Capital Requirement) zu beobachten. Knapp die Hälfte der Lebensversicherer würden Volatilitätsanpassungen sowie Übergangsmaßnahmen in Anspruch nehmen, hatte die BaFin im August mitgeteilt.

Zuvor war bekannt geworden, dass drei Versicherungsgesellschaften aus dem Sach- und Unfallbereich zu Beginn des vergangenen Jahres die Kapitalanforderung gemäß Solvency II nicht erfüllt hatten. Weil die BaFin die drei „Sünder“ nicht preisgeben wollte, war von Seiten der Vermittler Kritik laut geworden. Darüber nicht Bescheid zu wissen, würde auch das Haftungsrisiko für Vermittler erhöhen.

Provisionen im Visier der Behörde

Mit Blick auf die Lebensversicherer warnte Grund aber auch davor, deren Solvency II-Kennzahlen, die sie am 22. Mai veröffentlichen werden, zu fehlinterpretieren. Die Quoten würden nicht zur Aufstellung einer Rangliste taugen, da sie isoliert betrachtet nur bedingt aussagekräftig seien. Zu einem ähnlichen Ergebnis war auch Dr. Guido Bader, Vorstand Mathematik und Leben der Stuttgarter Lebensversicherung gekommen.

Wie den BaFin-Jahresberichten zu entnehmen ist, hat sich die Anzahl der Lebensversicherer unter Bundesaufsicht in den letzten 10 Jahren von 100 auf nun 84 reduziert. Ihnen hatte Grund hinsichtlich der bevorstehenden LVRG-Überprüfung im nächsten Jahr geraten, neben ihren Vertriebs- auch ihre Verwaltungskosten zu reduzieren.

Zudem will die Behörde zukünftig - im Rahmen der IDD-Umsetzung in deutsches Recht - vermehrt die Höhen der ausgezahlten Provisionen beobachten. Dabei gehe es ihr auch darum festzustellen, bis wohin eine Provision angemessen ist und ab wann dies nicht mehr zutreffe.

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