Altersrente auch bei falscher Identität?

Versicherungen von Martin Thaler

Eine Frau hatte jahrelang unter falschem Namen gearbeitet. Als sie in Rente ging, wollte die Rentenversicherung ihr keine Rente zahlen. Dagegen klagte die Frau.

Kann man Rentenansprüche erlangen, auch wenn man unter falscher Identität arbeitet?

Kann man Rentenansprüche erlangen, auch wenn man unter falscher Identität arbeitet? Foto: monika1607 - Pixabay.de

Erwirbt man Rentenansprüche auch dann, wenn man unter einer falschen Identität arbeitet? Mit einem solchen Fall hatte sich jüngst das Düsseldorfer Sozialgericht zu beschäftigen (Az: S 20 R 2339/13).  

Der Fall  

Eine Frau war 1971 von der Türkei mit eigenem Pass nach Deutschland eingereist, durfte aber nicht in Deutschland bleiben. Ein Jahr später reiste sie erneut ein – diesmal mit dem Pass der ersten Frau ihres damaligen Lebensgefährtes. Diese Identität behielt sie bei und lebte und arbeite hiermit in Deutschland.   2008 verstarb dann die erste Frau in der Türkei. Daraufhin wandte sich die Frau an die Deutsche Rentenversicherung und fragte, in welcher Höhe die von ihr fälschlicherweise bezogenen Altersrente zurückgefordert werde.  

Die Rentenversicherung verlangte 30.000 Euro an geleisteter Altersrente zurück. Zudem lehnte sie es ab, der Frau eine eigene Regelaltersrente zu zahlen. Schließlich könne nicht ausgeschlossen werden, dass die von der Frau erworbenen rentenversicherungsrechtlichen Zeiten von einer dritten Person abgeleistet worden seien. Daraufhin klagte die Frau.  

Das Urteil  

Die Düsseldorfer Richter gaben der Frau dann auch Recht. Die Frau habe im Mai 2014 die Regelaltersgrenze von 65 Jahren und drei Monaten erreicht. Auch die sonstigen Voraussetzungen für den Erhalt einer Altersrente seien erfüllt.  

Da nach Ansicht der 20. Kammer des Gerichts erwiesen sei, dass die Beitragszahlungen für Tätigkeiten der Frau erfolgten, sei es nicht ausschlaggebend, dass diese unter falscher Identität gearbeitet habe. Zudem sei für das Gericht nicht ersichtlich, dass eine dritte Person ebenfalls unter dem Namen der ersten Ehefrau in Deutschland gearbeitet habe. Hierfür gebe es keinen Anhaltspunkt. 

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