Zahl der Grundsicherungsempfänger steigt wieder

Berater Meistgeklickt von Martin Thaler

Nachdem die Zahlen zu Beginn des vergangenen Jahres leicht rückläufig waren, steigen sie nun wieder an. Seit 2003 hat sich die Zahl der Grundsicherungsempfänger mehr als verdoppelt.

Die Zahl der Grundsicherungsempfänger hat sich seit der Einführung 2003 mehr als verdoppelt.

Die Zahl der Grundsicherungsempfänger hat sich seit der Einführung 2003 mehr als verdoppelt. Foto: dpa

In Deutschland haben im Dezember dieses Jahres insgesamt 1.025.903 Menschen Grundsicherung im Alter bzw. bei Erwerbsminderung erhalten. Damit stieg die Zahl gegenüber September 2016 (1.021.384) leicht an, gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1.038.008) ging sie indes um 1,2 Prozent zurück. Das zeigen neue Zahlen, die das Statistische Bundesamt an diesem Mittwoch vorlegte.  

Wesentlich eindrucksvoller sind diese Zahlen indes, wenn man sie bis zur Einführung dieser Leistung im Jahr 2003 zurückverfolgt. So bezogen zum 31. Dezember 2003 insgesamt 438.831 Grundsicherung – heutzutage sind es knapp zweieinhalbmal so viele. Den bisherigen Höchststand erreichte Zahl der Leistungsempfänger im März 2016 mit 1.038.994.  

Die seitdem leicht rückläufigen Zahlen sind unter anderem durch eine 2016 in Kraft getretene Reform des Wohngeldes sowie der Rentenanpassung zum 1. Juni des vergangenen Jahres zu erklären. Gerade die Rentenanpassung führte zu steigenden Einkommen für Bezieherinnen und Bezieher von Rentenzahlungen.   Von den 1.025.903 Leistungsempfängern hatten 51,2 Prozent (526.000) die Altersgrenze überschritten, die übrigen 48,8 Prozent (knapp 500.000) erhielten Leistungen aufgrund ihrer vollen Erwerbsminderung. Dies ist der Fall, wenn die betroffenen Menschen aufgrund einer Krankheit bzw. Behinderung weniger als drei Stunden arbeiten können.  

Experten schätzen, dass es bei den Grundsicherungsempfängern eine hohe Dunkelziffer gibt. Bei vielen Älteren, insbesondere bei Frauen, sei die Scham einfach zu groß, dass die Rente im Alter nicht reiche, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben, erklärte beispielsweise Ulrike Mascher, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, gegenüber dem Deutschlandfunk. 

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