Wie MiFID II den Vertrieb von Fondspolicen neu regelt

Berater Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was sich bei der Vermittlung von Fondspolicen ändert, die künftig den „verpackten Anlageprodukten“ zugeordnet werden. In der MiFID-II-Richtlinie heißt es salomonisch: Anlagen, die Versicherungsverträge enthalten, würden oft als Alternative zu Finanzinstrumenten, die unter diese Richtlinie fallen, angeboten. Um allen Kleinanlegern den gleichen Schutz zu bieten, müssten auch Anlageprodukte auf der Basis von Versicherungen angemessenen Anforderungen unterliegen.  

Im Konkreten wird es kompliziert: „Die Umsetzung von MiFID II erfolgt in Deutschland zunächst nur im Wertpapierhandelsgesetz und gilt damit nur für Banken und Finanzdienstleistungsinstitute“, sagt der Berliner Rechtsanwalt Daniel Berger. „Für 34f-Vermittler sieht die MiFID II hingegen eine fakultative  Ausnahme für die Mitgliedsstaaten vor, von der Deutschland mit Paragraf 34f Gewerbeordnung Gebrauch  gemacht hat.“ Hinsichtlich der Wohlverhaltensregeln müssen sich Finanzanlagenvermittler künftig wohl an Bankberatern und Vermögensverwaltern messen lassen. 

Viel Aufwand bei verpackten Anlageprodukten

Einen guten Ansatz für Wohlverhaltensregeln bietet die PRIIP-KID-Verordnung. Um die Vergleichbarkeit von Finanzprodukten zu verbessern, sieht die IDD vor, den grenzübergreifenden Vergleich mithilfe eines sogenannten Basisproduktinformationsblatts - "KID" (Key Information Document) - bei PRIIP-Produkten zu verbessern. Die Regeln für die diese verpackten Anlageprodukte (Packed Retail and Insurance-based Investment Products, kurz PRIIPs) sollten längst fertig sein, doch um die technischen Standards wird seit einem Jahr gerungen.

"PRIIPs" umfassen neben Optionsscheinen, Derivaten und Investmentfonds auch Versicherungsprodukte mit Anlagecharakter, zum Beispiel kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen sowie Hybrid-Produkte. Für diese Produkte sind künftig KID's zu erstellen.

Im Vertrieb bleibt es vorerst beim Alten. Versicherungsmakler mit Zulassung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung dürfen weiter Kapitalversicherungen und damit auch fondsgebundene Produkte vermitteln. Eine 34f-Lizenz ist nicht nötig. "Eine Fondspolice an sich ist kein komplexes Produkt", sagt Johanna Bröcker, Produktvorstand der Standard Life Deutschland. Kompliziert werde es erst im Zusammenhang mit Garantien. "Entscheidend ist die Kompetenz, aber nicht, nach welchem Buchstaben der Berater zugelassen ist."

Wie sich die verschärften Transparenzvorschriften auf die Vermittler auswirken und welche Informationspflichten in Zukunft gelten sollen, lesen Sie in der kommenden Printausgabe der procontra (ab 28. April erhältlich). 

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