Wie MiFID II den Vertrieb von Fondspolicen neu regelt

Berater Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Produktgeber und Pools sind unterschiedlich von der Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) in deutsches Recht betroffen. Was sich ab 2018 für Finanzanlagenvermittler bei der Anlageberatung sowie für Versicherungsmakler bei Fondspolicen ändert.

Welche Auswirkung wird die Implementierung der MIFiD-Richtlinie haben?

Welche Auswirkung wird die Implementierung der MIFID-Richtlinie haben? Foto: T.R. - fotolia.com

Berater scheinen derzeit im Bermudadreieck von IDD, MiFID II  und PRIIP unterzugehen.  Dabei sind diese drei Abkürzungen für den Finanzvertrieb ab 2018 existenziell wichtig. Parallel zur Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie  (IDD) in deutsches Recht  ist auch das Gesetz zur Umsetzung der  EU -Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive; kurz: MiFID) auf der parlamentarischen Zielgeraden. 

Das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz setzt MiFID II um und legt fest, welche Regeln Banken und  Vermögensverwalter künftig bei Anlagegeschäften mit Privatkunden befolgen müssen. Schon im Sommer soll die Gesetzgebung abgeschlossen sein.  Doch was ab Januar gelten soll, ist im Detail noch längst nicht ausgemacht. Zwar hat sich die EU bei der MiFID-Reform für ein Nebeneinander von Honorar- und Provisionsberatung entschieden. Die Länder haben folglich den Wettbewerb zwischen beiden Systemen  sicherzustellen.

Dennoch forderte der VZBV Verbraucherzentrale Bundesverband in einer  Anhörung des Bundestags-Finanzausschusses den Ausstieg aus der Provisionsberatung bis zum Jahr 2023. Angeblich dürften Provisionsberater wichtige Regeln umgehen, kritisierte  Dorothea Mohn vom VZBZ, ohne Konkretes zu nennen. Der Wunsch ist überzogen und unrealistisch, zumal die  MiFID-II-Richtlinie eben kein Provisionsverbot vorsieht. 

Zielmärkte mit vielen Fragezeichen 

Der zweite herausragende Bereich von MiFID II sind Vorgaben zur Product Governance. Die Produktgeber sollen für die verschiedenen Finanzprodukte Zielmärkte definieren, vereinfacht gesagt Personengruppen, die für die jeweiligen Produkte infrage kommen. So will man vermeiden, dass den falschen Kunden aus den falschen Gründen das falsche Produkt verkauft  wird. 

„Der Punkt der Zielmärkte wird noch ein großes Chaos“, meint der Münchener Rechtsanwalt Dr. Christian Waigel. „MiFID II verlangt, dass für jedes Produkt ein Zielmarkt definiert wird. Der Vertrieb soll dann überwachen, ob auch nur an diesen Zielmarkt vertrieben wurde, und dann an den Produktgeber melden, wie viel er außerhalb des Zielmarktes verkauft“, nennt der Anwalt einige Knackpunkte. Das gilt nicht allein für Investmentfonds, sondern für zigtausend Finanzinstrumente. 

Seite 1: Berater im Bermuda-Dreieck
Seite 2: Viel Aufwand bei verpackten Anlageprodukten

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare