Verschwunden, verprasst, verzockt... ZDF über Graumarkt

Sachwerte von Michael Fiedler

Die Sendung ZDFzoom widmet sich verschwundenen Geldern und fragt, wie Kleinanleger besser geschützt werden könnten. Als Experte sprach dazu Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auf Facebook wusste er zu berichten, warum Riester-Fondssparpläne für Kleinanleger besser geeignet seien.

Daniel Shahin, Geschäftsführer der Carpediem GmbH

Hat kein Geld für geschädigte Anleger: Daniel Shahin, ehemaliger Geschäftsführer der Carpediem GmbH. Bild: Screenshot ZDFzoom/ Youtube

Vor knapp einer Woche wurden im S&K-Prozess die Urteile gesprochen. Die Sendung ZDFzoom beleuchtete u.a. auch diesen Fall und zeigte die Verflechtungen mit Carpe Diem auf. Solche Betrugssysteme würden nur funktionieren, wenn Wirtschaftsprüfer, Notare und Rechtsanwälte mitwirken, heißt es in der Dokumentation.

Die Marktwächter Finanzen kritisieren auch in dieser Sendung, dass das Kleinanlegerschutzgesetz nicht die gewünschte Wirkung erziele. Zwar seien Prospekt- und Hinweispflichten ausgeweitet worden, doch Abhilfe könne nur eine stärke Aufsicht schaffen. So fordert Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, dass die BaFin auch die Plausibilität von versprochenen Renditen prüfen soll.

Ähnlich äußerte sich auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden Württemberg. In einem Live-Gespräch auf dem Facebook-Kanal von ZDFzoom sagte er, dass Anleger nicht erkennen könnten, welche Gefahren sich in den Produkten verbergen. Die Warnhinweise würden keine Wirkung erzielen. Ein weiteres Problem sah Nauhauser in der Qualifikation der Vermittler. Zwar sei eine Sachkundeprüfung erforderlich, doch deren Standards seien zu niedrig.

Auf die Frage des Moderators, wo Anleger gute Beratung bekämen, antwortete Nauhauser wenig überraschend: „Die Verbraucherzentralen sind immer seriös.“
Wenige Minuten später trat er selbst den Beweis an: Auf die Frage, ob Riester-Produkte denn zur Altersvorsorge geeignet seien, klärte Nauhauser erst einmal auf: Ein Problem seien die Produkte, in denen ja Provisionen für Vermittler eingepreist sind. Und zweitens würde durch den vorgeschriebenen Kapitalerhalt zu wenig Risiko gegangen, also Chancen liegengelassen. Damit Förderberechtigte („Geringverdiener mit zwei, drei Kindern“) sich Chancen auf Renditen wahren, empfiehlt Nauhauser Riester-Fondssparläne.
Doch auch Riester-Fondssparpläne müssen mindestens die eingezahlten Beiträge zu Rentenbeginn zur Verfügung stellen können. Und das kann richtig teuer werden. Die Initiative ProRiester geht von 25 bis 40 Prozent des Kapitals aus. Riester-Experte Joachim Haid fasst es so zusammen: „Auch Sparpläne müssen das Langlebigkeitsrisiko absichern – also einkaufen. Spätenstens bei Rentenbeginn. Nur dann sind „Einkaufskonditionen“ - in der Fachsprache „Rechnungsgrundlagen“ - deutlich teurer, als wenn dieses Risiko bereits heute abgesichert und eingekauft wird<span style="color: rgb(13, 13, 13); font-family: Korolev, Helvetica, Arial, Verdana, sans-serif; font-size: 14px; ">“</span>.

ZDF-Dokumentation auf Youtube

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare