Unfallversicherung: Gefahr bekannt, Police vakant

Berater von Florian Burghardt

Der Bestand an privaten Unfallversicherungs-Verträgen ist seit Jahren rückläufig. Dabei wissen viele Deutsche um das Risiko, wie eine Umfrage belegt. Eine Gefahrensituation macht ihnen dabei besonders zu schaffen.

Stürze zu Hause halten viele Deutsche für eine große bis sehr große Gefahr.

Stürze zu Hause halten viele Deutsche für eine große bis sehr große Gefahr. Bild: DEKRA

Ob zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs – ein Unfall kann vielerorts passieren. Wenn die gesetzliche Unfallversicherung nicht greift, sind die Geschädigten froh, die privat vorgesorgt haben.

Zwar erfolgt bei den meisten Tarifen die Kernleistung in Form einer Zahlung auf Basis der vereinbarten Grundsumme erst bei einer dauerhaften Invalidität. Doch auch ohne bleibende Schäden bietet die private Unfallversicherung Leistungen. Beispielsweise kann für jeden Tag eines unfallbedingten Aufenthalts im Krankenhaus ein Pauschalbetrag (Unfalltagegeld) und für die Regenerationszeit zu Hause ein Hilfsdienst für den Haushalt vereinbart werden.

Doch diese Argumente scheinen die Kunden nicht mehr so stark zu überzeugen wie früher. Laut GDV-Zahlen ist der Gesamtbestand an privaten Unfallverträgen seit 2005 (29,2 Millionen Verträge) rückläufig und betrug im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen noch 25,6 Millionen.

Risikobewusstsein ist vorhanden

Mit Blick auf eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Prüfungsorganisation DEKRA könnte der Trend bei den Unfallpolicen überraschend erscheinen. Denn laut den Ergebnissen ist sich etwa jeder zweite Deutsche des Unfallrisikos bewusst, verzichtet aber dennoch auf einfache Präventionsmaßnahmen.

Besonders in den eigenen vier Wänden wähnen viele eine Gefahr. So sind 45 Prozent der 1.000 befragten Personen der Meinung, dass die Gefahr, Schaden oder Verletzungen im Haushalt durch Stürze zu erleiden „groß“ oder „sehr groß“ ist.

Die Ersteller der Umfrage weisen darauf hin, dass durch solche häuslichen Stürze neben zahlreichen Verletzungen jährlich auch knapp 10.000 Menschen zu Tode kommen. Dennoch bedient sich nur etwa jeder Zweite (53 Prozent) einfacher Sturzpräventionen, wie beispielsweise Rutschmatten oder Haltegriffe im Badezimmer. Weitere Ergebnisse der Umfrage hat procontra in dieser Grafik zusammengestellt.

Über die Unfallversicherung kursieren auch einige Gerüchte und Irrtümer bei den Verbrauchern, die sich möglicherweise auch auf deren Abschlussbereitschaft auswirken. Makler sollten deshalb das Gespräch mit ihren Kunden suchen und solche Irrtümer aktiv ausräumen. 

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