Studie: Versicherungsbetrüger kommen häufig aus den eigenen Reihen

Panorama von Florian Burghardt

Unter den Begriff Vermögensdelikte fallen auch Betrugsfälle, denen sich die Versicherungswirtschaft deutlich häufiger als andere Branchen ausgesetzt sieht. Wie die PwC-Studie zeigt, sind die externen Übeltäter aber seltener die Kunden als vielmehr Geschäftspartner und Dienstleister der Versicherungsunternehmen (75 Prozent). In den anderen Branchen beträgt dieser Wert nicht einmal die Hälfte (35 Prozent).

Mit Verweis auf seine Studie aus dem Jahr 2012 erklärt PwC, dass es sich bei den Betrugsfällen, die von Geschäftspartnern und Dienstleistern verursacht wurden, zu einem großen Teil um Provisionsbetrug durch Versicherungsvermittler handelt.

Knapp die Hälfte der damals befragten Unternehmen hatte angegeben, in mindestens einem Fall Opfer von Provisionsbetrug geworden zu sein. „Die Täter sind ganz überwiegend Versicherungsagenten. Der durchschnittliche Schaden je Versicherung betrug 229.000 Euro“, erklärte Angelika Yuki Köhler von PwC auf procontra-Nachfrage. Manche Betrugsfälle gehen aber auch in die Millionen.

„Unter Provisionsbetrug haben wir – kurz gesagt – verstanden, dass durch unrichtige Angaben oder andere Manipulationen Provisionen ausgelöst wurden, die an sich nicht verdient gewesen wären“, teilt Köhler weiter mit. Die Frage zum Provisionsbetrug wurde in der aktuellen Umfrage zwar nicht erneut gestellt. Die Täter-Quote der Geschäftspartner und Dienstleister hat sich seit 2012 (30 Prozent) aber mehr als verdoppelt.

Die vollständige PwC-Studie kann unter diesem Link (PDF-Datei) angesehen werden.

Seite 1: Versicherungsbranche häufiges Opfer von Wirtschaftskriminalität
Seite 2: Täter stehen den Unternehmen oft nahe

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare