Studie: Versicherungsbetrüger kommen häufig aus den eigenen Reihen

Panorama von Florian Burghardt

Im Cum-Ex-Skandal haben Insider ausgepackt. Dies könnte der Wirtschaftskriminalität einen Dämpfer verpassen und auch der Assekuranz als häufigem Opfer dieser zugutekommen. Laut einer Studie sind Versicherungsbetrüger oft Partner der Unternehmen.

Die Versicherungsbranche ist häufiges Opfer von Wirtschaftskriminalität. Die Täter stehen dabei oft in einer Geschäftsbeziehung zu den Unternehmen.

Die Versicherungsbranche ist häufiges Opfer von Wirtschaftskriminalität. Die Täter stehen dabei oft in einer Geschäftsbeziehung zu den Unternehmen. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay.com

Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zufolge sind die Ermittler im Skandal um die sogenannten Cum-Ex-Deals ein großes Stück weitergekommen. Einige Insider hätten nun ausgepackt und damit tiefe Einblicke in das Netzwerk der beteiligten Banker, Börsenhändler und Anwälte ermöglicht. Von mehr als zehn Milliarden Euro Schaden für den deutschen Staat ist die Rede.

Die Cum-Ex-Deals beschäftigen die deutschen Steuerbehörden schon seit Jahren. Bei den Aktiengeschäften mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenberechtigung geht es darum, nur einmalig oder sogar niemals gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach erstattet zu bekommen. Zur Aufklärung des Falles wollte unter anderem auch der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer beitragen.

In einem Bericht der Tagesschau heißt es, durch die Aussagen der Insider stehen inzwischen noch weit mehr Banken als bisher bekannt unter Verdacht und die Ermittler vor einem der größten Erfolge bei der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität in Deutschland.

Starker Anstieg von Delikten in der Assekuranz

Damit könnte ein Abschreckungseffekt erzielt werden, der auch der Versicherungsbranche zugutekommen könnte. Denn Unternehmen aus der Assekuranz sind deutlich häufiger von Wirtschaftskriminalität betroffen (70 Prozent) als der Durchschnitt aller Branchen (51 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen PwC in einer Studienauskopplung, in der die Antworten von 70 Unternehmen aus der Versicherungswirtschaft ausgewertet wurden.

So berichten 49 der 70 Unternehmen von mindestens einem Fall im Jahr 2015. Damit verzeichnet die Assekuranz einen starken Anstieg von Delikten seit 2011 (49 Prozent). Dabei machen Vermögensdelikte mit 61 Prozent den überwiegenden Großteil aller Vorkommnisse aus und liegen damit ebenfalls deutlich über dem branchenweiten Durchschnitt (37 Prozent).

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