OLG-Urteil: So äußern sich Check24 und BVK

Berater IDD Top News von Florian Burghardt

BVK fühlt sich von GDV und Versicherern im Stich gelassen

Deutlich Prognose-freudiger in Sachen IDD gab sich gestern BVK-Präsident Michael H. Heinz. So sieht sich der Vermittlerverband von den jüngsten Äußerungen der Bundesregierung in seinem Vorhaben bestätigt, online dieselben Beratungsstandards zu schaffen wie offline.

Gegenüber procontra formulierte Heinz aber auch deutliche Kritik am GDV und den Versicherungsunternehmen. Der Gesamtverband hatte für eine Beibehaltung der Fernabsatz-Ausnahmeregelung plädiert und das mit dem Argument, Kunden, die ihre Versicherungen im Internet abschließen würden, wollten gar keine Beratung.

Aus Sicht des BVK wollen die Versicherer auf diesem Wege Einfluss nehmen auf die IDD-Entscheidungen der Bundesregierung – zu Gunsten des Fernabsatzes. „Vorne herum bekommen wir viel Zuspruch für unseren Einsatz für gleichen Verbraucherschutz, persönlich wie im Internet. Aber wahrscheinlich sehen viele Versicherer ihre Felle davonschwimmen, wenn für den Online-Vertrieb höhere Anforderungen gelten und dieser ihnen dadurch weniger Geschäft bringt“, so Heinz.

Empfehlung für Vermittler

Da keine Revision zugelassen wurde, sieht man auf Klägerseite eine noch größere Präzedenzwirkung des Urteils - auch wenn an dieses formal nur Check24 gebunden ist. "Da werden auch viele andere Online-Makler nachziehen müssen", hieß es. Mit seiner Klage gehe es dem BVK aber nicht darum, ein Geschäftsfeld zu zerstören, erklärten die Vertreter des Verbands weiter. Online-Beratung sei nicht unmöglich und diese Tür solle auch für klassische Makler und BVK-Mitglieder weiter offenstehen. Sie müsse in Zukunft aber ausführlicher erfolgen, so der Tenor des Verbandes. 

Zur Entscheidung des Gerichts bezüglich der Erstinformation sagte Heinz, man müsse zwischen tatsächlichem Online-Vertrieb und einfachen Internetauftritten entscheiden, die nur zur Werbung für den Vermittler dienen. Letztere müssten die gerichtlich geforderten Änderungen nicht umsetzen.

Check24 hatte im vergangenen Jahr kritisiert, dass auch zahlreiche BVK-Mitglieder inklusive Heinz selbst auf ihren Internetseiten Fehler bei der Erstinformation machen würden. Während der gestrigen Verhandlung war für die zukünftige Umsetzung der Erstinformation für Check24 der Vorschlag gefallen, einen obligatorischen Download zu integrieren, ohne den der Vertragsabschluss nicht fortgesetzt werden kann. Es wird vermutet, dass dies den Umsatz des Portals sinken lassen würde.

Seite 1: Berufungs-Urteil: Anforderungen für Online-Vertrieb steigen
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