Munich Re: Aktionärsrevolte gegen Vorstandsgehälter?

Panorama von Florian Burghardt

Wird das Vergütungssystem für die Vorstände der Munich Re auf der morgigen Hauptversammlung abgelehnt? Laut Medienberichten hat ein Aktionärsberater dazu aufgerufen. Er hält die Ziele für die Bonuszahlungen der Top-Manager für intransparent.

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Munich Re in München.

Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Munich Re in München. Bild: Munich Re

Morgen findet die 130. Aktionärs-Hauptversammlung der Munich Re statt. Neben zahlreichen Themen, unter anderem dem Vorschlag zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8,60 Euro pro Aktie, findet sich auf der Tagesordnung (Punkt 5) auch die Beschlussfassung über die Billigung des Systems zur Vergütung der Vorstandsmitglieder.

Bei der Abstimmung über diesen Punkt könnte es bei der morgigen Versammlung zu Problemen kommen. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat der US-amerikanische Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) dazu aufgerufen, das Vorstands-Vergütungssystem abzulehnen.

Boni-Ziele nicht transparent genug

Das System sei laut ISS nicht transparent genug. Besonders die Berechnung der Boni für die Vorstände würde den Aktionären nicht ausreichend dargelegt. Laut ISS habe der Aufsichtsrat außerdem zu viel Spielraum, um die Boni festzulegen. Zudem säßen einige Mitglieder bereits seit 17 Jahren im Aufsichtsrat, weshalb ISS deren Unabhängigkeit anzweifle.

Das seit dem 1. Januar 2013 geltende Vergütungssystem für Vorstände, das Munich Re auf seiner Internetseite zur Einsicht anbietet (PDF-Datei), setzt sich aus einer Grundvergütung von 30 Prozent und einem leistungsabhängigen, variablen Anteil von 70 Prozent zusammen. Voraussetzung für die Zahlung der variablen Vergütung ist das Erreichen von Jahres- und Mehrjahreszielen. Unter anderem diese Ziele hält ISS für nicht ausreichend aufgeschlüsselt.

Gegenüber Reuters teilte der weltgrößte Rückversicherer mit, dass man Informationen zu den Zielen nicht veröffentlichen würde, da diese von großer Relevanz für Mitbewerber seien.

Wie das Handelsblatt berichtet, werde der Aufsichtsrat aber über Konsequenzen entscheiden, sollten die Aktionäre morgen tatsächlich gegen die Vergütung stimmen. Zwar ist deren Votum über die Gehaltssysteme von Vorständen in Deutschland rechtlich nicht bindend, Firmen könnten es sich jedoch kaum erlauben, ein Nein ihrer Anteilseigner völlig zu missachten. 

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