KfZ-Prämie: Müssen Punktesammler doppelt zahlen?

Versicherungen von Martin Thaler

Wer in der Flensburger Verkehrssünderdatei auftaucht, soll in Zukunft höhere KfZ-Versicherungsprämien zahlen. Diese Idee lässt nun ein Versicherer prüfen, sieht sich dabei aber auch mit einem Problem konfrontiert.

Müssen Verkehrssünder mit höheren Versicherungsprämien rechnen?

Müssen Verkehrssünder mit höheren Versicherungsprämien rechnen? Foto: Cara-Foto - Pixabay.de

Wer gerne einmal das Gaspedal zu stark durchdrückt, weiß: Punkte in Flensburg sind nicht nur ärgerlich, sie können den Fahrer auch teuer zu stehen kommen. Und zwar möglicherweise bald in doppelter Hinsicht. So könnten zum jeweiligen Bußgeld auch höhere Prämien in der KfZ-Versicherung auf die Verkehrssünder zukommen. 

Denn die Sparkassen Direkt-Versicherung stößt an, bei der Berechnung der Versicherungsprämien das Flensburger Punktekonto miteinzubeziehen. Zu diesem Zweck hatte der Versicherer nun eine Umfrage auf seiner Homepage gestartet, deren Ergebnis nun vorliegt.

Demnach sprach sich die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) dafür aus, dass sich die Anzahl der Punkte in Flensburg auf die Prämie ihrer KfZ-Versicherung auswirken sollte – weitere 12 Prozent nannten diese Überlegung zudem interessant. Nur 21 Prozent lehnten diesen Vorschlag vollends ab.  

Dass ein solcher Vorschlag von der Sparkassen Direkt-Versicherung kommt, ist an sich nicht verwunderlich. Schließlich gilt das Unternehmen als Vorreiter im Bereich Telematik-Tarife. 2013 starteten die Düsseldorfer mit ihrem ersten Tarif, 2015 nahmen sie diesen aufgrund hoher Kosten (nach Unternehmensangaben rund 100 Euro pro Kunden) jedoch wieder vom Markt. Derzeit arbeitet der Versicherer jedoch an einem Nachfolgeprodukt mit deutlich geringeren Kosten.  

Der Telematik-Markt wird für die Unternehmen nämlich zunehmend interessant – insbesondere jüngere Fahrer greifen vermehrt zu den Tarifen, die die Prämien vom eigenen Fahrverhalten abhängig machen. So zeigte sich unlängst nicht nur die Allianz mit bislang 21.000 erreichten Kunden zufrieden – auch Konkurrent HUK-Coburg zeigte sich mit bislang 10.000 Kunden für den Tarif „Smart Driver“ zufrieden.  

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