„Großbritannien zeigt, dass ein Provisionsverbot wirkt“

Berater Top News von Martin Thaler

Seit 2013 gibt es in Großbritannien ein Provisionsverbot. Nun legten die entsprechenden Behörden einen Fortschrittsbericht vor. Verbraucherschützer in Deutschland sehen sich bekräftigt - lassen dabei aber einen äußerst wichtigen Punkt außer Acht.

Bekräftigt ihren Wunsch nach einer Abschaffung des Provisionssystems: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn.

Bekräftigt ihren Wunsch nach einer Abschaffung des Provisionssystems: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn. Foto: vzbv

Die Verbraucherzentrale Bundesverband bekräftigt ihre Forderung nach einem Provisionsverbot. Bestärkt fühlen sich die Verbraucherschützer durch einen aktuellen Fortschrittsbericht der britischen Finanzaufsicht zur Financial Advice Market Review (FAMR).  

In diesem sowie in einem bereits 2016 erschienenen Bericht erklärt die Finanzaufsicht, dass sich die Qualität der Anlageberatung seit einigen Jahren stark verbessert habe. Dies sei auch mit der Einführung des Provisionsverbotes im Jahr 2013 zu begründen.    

„Der Bericht aus Großbritannien zeigt, dass ein Provisionsverbot wirkt. Sowohl die Beratungsqualität als auch das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzberatung nehmen zu. Die Qualität der Anlageberatung in Deutschland ist nachweislich schlecht. Deshalb braucht es auch in Deutschland dringend ein Provisionsverbot“, sagt Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim vzbv.  

Ganz so eindeutig ist die Angelegenheit dann aber nicht: In dem Bericht von 2016 heißt es allerdings auch: „However, this high standard of advice is primarily accessible and affordable only for the more affluent in society“ – Beratung können sich als nur die Wohlhabenden leisten. Dieser Punkt klingt in der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale jedoch ein wenig anders. "Die Erfahrungen aus Großbritannien zeigen auch, dass unabhängige Beratung für alle Verbraucher bezahlbar gemacht werden kann", heißt es hier.  

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