Gebäude vs. Haftpflicht: Wer zahlt, wenn es knallt?

Berater Recht & Haftung von Martin Thaler

Ein Mieter hatte, während er Marihuana in seiner Wohnung anbaute, eine Explosion ausgelöst. Nun ging der Streit zwischen Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung los: Wer muss zahlen?

Eine Explosion sorgte für Streit zwischen einer Hausrat- und einer Wohngebäudeversicherung.

Eine Explosion sorgte für Streit zwischen einer Hausrat- und einer Wohngebäudeversicherung. Foto: OpenClipart-Vectors - Pixabay.de

Wer muss zahlen, wenn ein Mieter in seinem Haus eine Explosion ausgelöst hat und dabei große Teile des Hauses zerstört hat? Die Wohngebäudeversicherung? Oder die Haftpflichtversicherung des Mannes? Oder doch Hälfte-Hälfte? Mit dieser Frage musste sich nun der Bundesgerichtshof auseinandersetzen (IV ZR 52/14).  

Der Fall  

Ein Mann hatte in seiner Wohnung Cannabis gezüchtet. Um Cannabis-Öl herzustellen, verwendete der Mann auch Butangas. Dabei kam es im Mai 2008 zu einer Explosion, durch die nicht nur der Mann schwer verletzt, sondern auch das Gebäude stark beschädigt wurde – auf 138.000 Euro belief sich der Schaden.  

Die Wohngebäudeversicherung zahlte, forderte aber die Hälfte der 138.000 Euro von der Haftpflichtversicherung des Cannabis-Bauers zurück. Diese weigerte sich aber – eine Leistung ihrerseits komme nur in Betracht, wenn dem Mieter einfach Fahrlässigkeit vorzuwerfen sei. Im vorliegenden Fall handele es sich aber um grobe Fahrlässigkeit. Aufgrund der Weigerung seitens der Haftpflichtversicherung klagte die Wohngebäudeversicherung.  

Das Urteil  

Nachdem bereits die Vorinstanzen zugunsten der Haftpflichtversicherung entschieden hatten, schloss sich auch der BGH dieser Auffassung an: Die Gebäudeversicherung könnte nur dann auf die Haftpflichtversicherung des Mieters zurückgreifen, wenn dieser den Schaden durch einfache Fahrlässigkeit herbeigeführt hätte.  

Im vorliegenden Fall wurde das Verfahren jedoch wieder an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Dieses hatte es versäumt, die grobe Fahrlässigkeit des Mannes in ausreichender Form nachzuweisen. 

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