Elementarschutz: 6,5 Millionen versichert - 11 Millionen fehlen noch

Versicherungen von Martin Thaler

In neun Bundesländern laufen besagte Informationskampagnen, Bayern spielt hierbei seit 2009 die Vorreiterrolle. Die Zahlen für Bayern können sich durchaus sehen lassen – so hat sich an Donau und Isar die Zahl der versicherten Häuser von 15 auf 30 Prozent verdoppelt.  

Dennoch: Knapp elf der rund 17,5 Millionen Wohngebäude sind weiterhin nicht ausreichend abgesichert. „Viele Hauseigentümer unterschätzen leider immer noch die Gefahr, Opfer von Überschwemmungen oder Hochwasser zu werden“, sagte Gause. Der GDV schiebt das in erster Linie auf die Uninformiertheit der Versicherten – laut einer vom GDV in Auftrag gegebenen GfK-Studie gehen über 90 Prozent der Hausbesitzer davon aus, umfassend gegen Naturgefahren abgesichert zu sein. Die Wohngebäudeversicherung bietet allerdings keinen Schutz vor Hochwasser, sondern nur vor Sturm- und Hagelschäden.  

Flutopfer schauen in die Röhre

Kritiker merken jedoch auch immer wieder an, dass viele Menschen gar nicht die Chance hätten, ihr Haus gegen Elementarschäden abzusichern. Und wenn, dann nur zu für sie unerschwinglichen Konditionen. In dieses Horn stößt dann auch die Landtags-Opposition. So bezweifelte SPD Umweltexperte Florian von Brunn, dass sich so gut wie jeder Hausbesitzer gegen Hochwasser-Schäden versichern könnte. Insbesondere diejenigen, die schon einmal einen Schaden erlitten hätten, würden „in die Röhre schauen“.

Politiker hatten daraufhin im vergangenen Jahr die Debatte um eine Elementar-Pflichtversicherung neu entfacht. Insbesondere Starkregen-Ereignisse werden als immer größeres Problem eingeschätzt. Die Versicherungswirtschaft lehnt eine solche kategorisch ab und verweist auf die aus ihrer Sicht problematische Situation im Ausland, wo es eine solche Pflichtversicherung gibt.  

So sei in der Schweiz nicht nur die Naturgefahr Erdbeben aus der Pflichtversicherung ausgeschlossen, auch sei die Schadensversicherung per Gesetz für die private Versicherungswirtschaft auf eine Milliarde Euro pro Schadensereignis gedeckelt. Bei hohen Schadensfällen würden Versicherte somit nur ein Anteil ihres Schadens erstattet bekommen. In England – wo eine solche Deckelung nicht vorherrscht – seien stattdessen die Prämien stark gestiegen.

Seite 1: Verbreitung von Elementarschutz-Policen nimmt zu
Seite 2: Sind alle Häuser versicherbar?

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare