Diese Immobilienfonds reduzieren Frankreich-Anteil

Investmentfonds von Martin Thaler

Die Wirtschaft stagniert, die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich sorgt für extra Nervosität: Offene Immobilienfonds haben zuletzt ihren Frankreich-Anteil deutlich zurückgefahren. Wo dieser Rückgang besonders bemerkenswert ausfiel, lesen Sie hier.

Offene Immobilienfonds haben ihren Frankreich-Anteil zuletzt deutlich zurückgefahren.

Offene Immobilienfonds haben ihren Frankreich-Anteil zuletzt deutlich zurückgefahren. Foto: Alexas_Fotos _Pixabay.de

Kurz nach Ostern blickt Europa in Richtung Frankreich, wenn die Franzosen einen Nachfolger für Francois Hollande wählen. Die Chancen, dass die Front-National-Politikerin Marine Le Pen in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen Anfang Mai anzieht, sind dabei recht groß. Zwar rechnen die Demoskopen nicht mit einem Sieg der erklärten EU-Kritikerin – doch bereits bei der Wahl Donald Trumps und der Pro-Brexit-Entscheidung der Briten fielen die Ergebnisse anders aus als allgemein erwartet.  

Entsprechend groß ist die Nervosität, auch in der Finanzwelt, beispielsweise bei den offenen Immobilienfonds. Wie reagieren diese auf das Le-Pen-Risiko? Dieser Frage hat sich das Berliner Analysehaus Scope gewidmet und insgesamt zehn offene Immobilienfonds (aggregiertes Immobilienvermögen: 63 Milliarden Euro) für Privatanleger untersucht, die einen europäischen bzw. globalen Fokus haben.  

Insgesamt hatten die Fonds 8,4 Milliarden in französische Objekte investiert – das entspricht einem durchschnittlichen Anteil von 13,3 Prozent (gemessen am Verkehrswert) am Portfolio. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds variieren dabei allerdings stark: Das Spektrum reicht von 0 Prozent bei UnniImmo: Global bis zu 20,8 Prozent beim Deka-ImmobilienEuropa.  

2 Fonds reduzieren deutlich

Auffällig ist dabei jedoch die Tatsache, dass die Fonds ihren Frankreich-Anteil deutlich zurückfahren. So lag er zu Beginn des Jahres 2016 noch bei 15,8 Prozent. Angesichts der jetzt vorliegenden 13,3 Prozent ist das ein Rückgang um 2,5 Prozentpunkte. In absoluten Zahlen entspricht das einem Rückgang von 800 Millionen Euro.  

Insbesondere zwei Fonds haben ihren Frankreich-Engagement merklich reduziert. So senkte der hausInvest seinen Anteil im vergangenen Jahr von 20,9 auf 13,9 Prozent. Der grundbesitz global senkte seinen Anteil von 18,2 auf 12,7 Prozent.   Bei anderen Fonds (Deka-ImmobilienGlobal, grundbesitz europa, WestInvest InterSelect) blieb der Frankreich indes weitgehend konstant.  

Die Präsidentschaftswahl spielt bei den Reduzierungen im Portfolio jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Viel schwerer wirkt die wirtschaftliche Stagnation in Frankreich. Zudem haben einige Fonds die durch hohe Liquidität an den Immobilieninvestmentmärkten geprägte Lage für Portfoliobereinigungen genutzt, analysiert Scope. 

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