Cyberversicherungen: So sehen die neuen Musterbedingungen aus

Versicherungen von Martin Thaler

Der Versicherungsverband GDV will den Vertrieb von Cyberversicherungen erleichtern und hat Musterbedingungen veröffentlicht. Diese sehen ein Baukasten- sowie Manifestationsprinzip vor. Auch Makler sollen profitieren.

Der GDV hat neue Musterbedingungen für Cyberversicherungen vorgestellt.

Der GDV hat neue Musterbedingungen für Cyberversicherungen vorgestellt. Foto: HypnoArt - Pixabay.de

Zwei Jahre hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an ihnen gearbeitet, an diesem Mittwoch stellte der Verband sie nun vor: neue Musterbedingungen für Cyber-Versicherungen sowie einen Fragebogen, mit denen Versicherungen die Risiken ihrer potenziellen Kunden erfassen können.  

Am Thema Cyber-Versicherungen werden Kunden in der kommenden Zeit nämlich nicht vorbeikommen, schätzt der Branchenverband und verweist auf aktuelle Zahlen. Mehr als jeder vierte (28 Prozent) mittelständische Betrieb wurde bereits aus dem Internet heraus attackiert und erlitt dabei materielle bzw. finanzielle Schäden.  

Abgesichert sind dabei die wenigsten – insbesondere bei mittleren und kleineren Unternehmen überwiegt die Ansicht, zu klein und unbedeutend für einen Cyber-Angriff zu sein. „Das ist ein gefährlicher Irrglaube“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland.  

Wollen sich diese kleineren Unternehmen jedoch entsprechend absichern, stehen sie vor dem Problem, dass die einzelnen Angebote der Versicherer nur äußerst schwer miteinander zu vergleichen sind. Diesen Missstand sollen nun die neuen Musterbedingungen beheben, die laut GDV-Angaben speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis 50 Millionen Euro zugeschnitten sind.

Vergleichsmaßstab für Makler

Diese sollen auf der einen Seite den Versicherern die Möglichkeit bieten, neue Angebote zu entwickeln. Auf der anderen Seite sollen sie Maklern bzw. Unternehmen als Vergleichsmaßstab dienen.  

Da die Unternehmen in ihrer Größe und ihren Bedürfnissen allerdings stark voneinander abweichen, gibt es verschiedene Bausteine, beispielsweise für Eigenschäden (z.B. Betriebsunterbrechungen) oder für Schadensersatzansprüche Dritter (wenn beispielsweise sensible Daten geklaut wurden).  

Ein wichtiger Punkt ist das in den Musterbedingungen festgehaltene Manifestationsprinzip. Da es nur äußerst mühsam für die Unternehmen festzustellen sei, wann die Schadsoftwares bzw. Viren auf den Computer gespielt wurden, reicht es, wenn der Schaden erstmals während der Vertragslaufzeit festgestellt wird. Ein nicht unerheblicher Punkt, schließlich ist Schadsoftware oftmals längere Zeit inaktiv auf dem Computer, bevor sie in Aktion tritt und einen Schaden verursacht.  

Wie die Versicherer nun auf die Musterbedingungen reagieren und ob diese einen Boom im Angebotsbereich auslösen werden, werden die kommenden Monate zeigen. 

Die Musterbedingungen finden Sie hier. 

Der Fragebogen zur Risikoerfassung ist hier nachzulesen.

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