CS-Euroreal-Anleger rechnen ab

Investmentfonds Top News von Martin Thaler

Am 1. Mai geht der offene Immobilienfonds CS Euroreal an die Depotbank über. Was hat das Fondsmanagement in den fünf Jahren Abwicklungszeit geschafft? Und welche Verluste erlitten die Anleger?

Am 1. Mai geht der offene Immobilienfonds CS Euroreal an die zuständige Depotbank über. Zeit für eine Abrechnung also.

Am 1. Mai geht der offene Immobilienfonds CS Euroreal an die zuständige Depotbank über. Zeit für eine Abrechnung also. Foto: robbownaustralia - Pixabay.de

An diesem Donnerstag gibt es für die Anleger des CS Euroreal-Immobilienfonds noch einmal Grund zur Freude: 650 Millionen Euro werden noch einmal an die Anleger ausgeschüttet (bzw. 6,20 Euro in der Euro-Anteilsklasse). Es ist praktisch der letzte Akt, bevor am 1. Mai die Abwicklungsfrist für den offenen Immobilienfonds endet und dessen Verwaltung an die Depotbank, in diesem Fall die Commerzbank, übergeht.  

Fünf Jahre hatte die Fondsverwaltung Zeit, das Immobilien-Portfolio des Fonds zu veräußern, um den Anlegern möglichst viel von ihrem Investment zurückzahlen zu können. Das Ergebnis: Insgesamt 3,8 Milliarden Euro (inklusive der am heutigen Donnerstag stattfindenden Sonderausschüttung) oder 36,80 Euro je Anteilsschein konnten an die Anleger zurückgezahlt werden. Das entspräche 66 Prozent des Wertes zum Zeitpunkt der Einleitung der Fondsauflösung (21. Mai 2012) rechnet die Fondsverwaltung vor.  

Seit der Fonds keine Anteilsscheine mehr zurücknimmt, wurden 89 Immobilien verkauft und damit 82 Prozent des gesamten Portfolios. 5,3 Milliarden Euro wurden damit erlöst. Da für zwei weitere Immobilien mit einem Verkehrswert von 150 Millionen Euro in Nürnberg und Berlin ebenfalls der Verkauf bereits vertraglich gesichert wurde, verbleiben noch 23 Immobilien mit einem Verkehrswert in Höhe von einer Milliarde Euro übrig.  

Und die Anleger? Diese haben laut einer Berechnung der Immobilien-Zeitung zwischen Mai 2012 und März 2017 je Fondsanteil 7,1 Prozent an Wert verloren, bedingt durch Abschreibungen, Verwaltungsgebühren, Rückstellungen für Garantien etc. verloren. Damit stehen die Anleger des CS Euroreal vergleichsweise noch gut da. Bei den acht Immobilienfonds, die im Zuge der Lehmann-Krise abgewickelt wurden, mussten Anleger teilweise Verluste von über 50 Prozent hinnehmen (bspw. beim Morgan Stanley P2 Value).

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