Check24-Prozess: Youtube-Satire und Provisionsdiskussion

Panorama von Florian Burghardt

Der juristische Clinch zwischen BVK und Check24 ist nun auch Thema einer bekannten Satireshow auf Youtube. Das Video äußert auch Kritik am System der Provisionsvermittlung und ergänzt damit die wieder entflammte Vergütungsdiskussion.

Der Prozess zwischen dem BVK und Check24 interessierte auch die Macher der Web-Satireshow WALULIS.

Der Prozess zwischen dem BVK und Check24 interessierte auch die Macher der Web-Satireshow WALULIS. Bild: Screenshot WALULIS/Youtube.com

Nach umfangreicher Berichterstattung in den Fach- und Breitenmedien hat es der Rechtsstreit zwischen dem Vermittlerverband BVK und dem Vergleichsportal Check24 nun auch zum Thema in der Online-Satire-Show von Philipp Walulis gebracht.

Der Moderator, der mit seiner Show „Walulis sieht fern“ von 2012 bis 2015 auf dem ARD-Digitalsender EinsPlus den, laut eigener Definition, „täglichen Fernseh-Wahnsinn“ parodierte, pickt sich nun vor allem Online-Videos heraus. In der jüngsten Folge seiner Webshow beschäftigt er sich mit den aktuellen Check24-Werbespots. Diese sollen das Vergleichsportal mit kurzen Szenen im Stil US-amerikanischer Sitcoms unter dem Titel „Zwei unvergleichliche Familien“ bekannter machen.

Ein wenig Sendezeit erhält dabei aber auch das kürzlich vom Oberlandesgericht München gesprochene Urteil im Berufungsprozess des BVK gegen Check24. Walulis weist darauf hin, dass sich das Vergleichsportal zukünftig deutlicher als Versicherungsmakler zu erkennen geben muss.

Außerdem wird am Beispiel des Reifegrads von Tomaten der Verdacht geäußert, dass bei der Produktempfehlung eines Maklers nicht das Kundeninteresse, sondern die für ihn höchste Provision entscheidend sei.

Öl ins Feuer der Provisionsdiskussion

Diese Aussagen ergänzen die aktuell wieder aufflammende Diskussion um ein Provisionsverbot. Seine Forderung nach einem solchen hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband dieser Tage erneut bekräftigt. Dabei stützt sie sich auf einen Bericht der britischen Finanzaufsicht zur dortigen Anlageberatung. In Großbritannien wurde das Provisionsverbot im Jahr 2013 eingeführt.

Zwar sehen viele Vermittlerverbände die momentanen Pläne zur Umsetzung der IDD in deutsches Recht kritisch und haben deshalb auch bereits eine Widerstandsaktion organisiert sowie ein Rechtsgutachten ausgearbeitet, dass die Umsetzungspläne als verfassungswidrig beurteilt. Allerdings sieht das bislang angestrebte deutsche Modell zumindest auch weiterhin die Versicherungsvermittlung gegen Provision vor. 

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