Bonität entscheidet: Wer prüft wann?

Berater von Michael Fiedler

Die Digitalisierung erleichtert die Prozesse für Versicherer. Ein Beispiel dafür: Bonitätsprüfungen können schneller durchgeführt werden. Versicherer prüfen nun nicht mehr nur im Kfz-Bereich. In welchen Sparten die Anbieter prüfen, hat der Pool aruna zusammengetragen.

Bonitätsprüfung Versicherungen

Versicherer wollen gern wissen, ob der Kunde zahlungskräftig ist. Dank Digitalisierung haben einige VU ihre Abfragen neben Kfz auf weitere Sparten ausgeweitet. Fotolia / perfectlab

Dass Versicherer Bonitätsprüfungen durchführen, ist aus dem Kfz-Bereich bestens bekannt. Doch automatisierte Prozesse vereinfachen derartige Prüfungen, sodass einige Versicherer Bonitätsprüfungen auf weitere Bereiche im Privatkundengeschäft ausgeweitet haben. Im elektronischen Antragsverfahren erfolgt so eine Anfrage innerhalb weniger Sekunden. Doch die Folgen können weitreichend sein. Besonders dann, wenn sogenannte „harte Merkmale“ festgestellt werden. Gemeint sind beweiskräftige Angaben über die Bonität des Betroffenen, die durch Gerichte bestätigt sind. Das können beispielsweise sein:

  • Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • Eintragung in das Schuldnerverzeichnis als Nichtzahler gem. § 882c Abs.1 Nr.3 ZPO
  • Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung
  • Zwangsvollstreckungsmaßnahmen

Aber auch ein rechtskräftiges Urteil kann ausreichend sein.
„Die Folgen einer negativen Bonitätsprüfung reichen von Antragsablehnung über abweichende Policierung mit erhöhter Prämie und/oder Selbstbeteiligung bis hin zur Kürzung der Maklercourtage“, erklärt Stephan von Heymann (aruna-Sachexperte), der die Abfrage durchgeführt hat.
Versicherer begründen ihr Vorgehen u.a. damit, dass Kunden mit schlechter Bonität häufiger Schadensfälle verursachen würden.

Die Übersichtsliste (PDF) zeigt, welche Gesellschaft in welcher Sachsparte (Privatkunden) Bonitätsprüfungen durchführt.

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