Warum Haftpflicht-Policen regelmäßig erneuert werden sollten

Berater Top News von Florian Burghardt

Abschließen, abheften, liegen lassen - gilt das für die Haftpflichtversicherung? Nein, sagen Makler. Regelmäßige Updates bringen dem Kunden Vorteile. Und Vermittler können dadurch ihr Risiko minimieren.

Eine Auffrischung des Haftpflichtvertrages bringt Vorteile für Kunden und Makler.

Eine Auffrischung des Haftpflichtvertrages bringt Vorteile für Kunden und Makler. Bild: Unsplash/Pixabay.com

Die allgemeine Haftpflichtversicherung ist eine Bank. Laut GDV-Zahlen liegt ihre Schadenkostenquote seit Jahren unter 100 Prozent und die Zahl der Policen steigt konstant. Rund 45,5 Millionen Verträge waren es in 2015.

Der Großteil davon sind private Haftpflicht-Policen, die bei jedem Privatkunden-Makler standardmäßig angeboten und abgeschlossen werden. Laut dem GDV verfügen etwa 85 Prozent der privaten Haushalte über eine solche Absicherung. Da sie vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen schützt ist sie aus Sicht der meisten Menschen auch eine der wichtigsten Versicherungen.

Gefahren bei alten Bedingungswerken

Doch mit „einmal abschließen und für immer liegen lassen“ ist es auch bei der Haftpflichtversicherung nicht getan. „Einen Fernseher von 1999 und einen im Jahr 2017 produzierten nebeneinandergestellt – da liegen Welten dazwischen. Dasselbe gilt für die Haftpflicht“, sagt Maklerin Marlene Drescher auf procontra-Nachfrage.

Eine Baustelle bei sehr alten Verträgen, die teilweise vor mehreren Jahrzehnten abgeschlossen wurden, ist die Höhe der Versicherungssumme. Diese liegt teilweise bei unter einer Million Euro – zu wenig für eine sinnvolle Absicherung. Hier sollten Makler vor allem bei älteren Kunden aufpassen, die mit mehreren bestehenden Verträgen in ihre Betreuung wechseln.   

Als sehr wichtig erachtet Drescher auch regelmäßige Updates der versicherten Leistungen: „Vor einigen oder teilweise vielen Jahren waren Leistungen wie Gefälligkeitsschäden, Schäden an beweglichen, geliehen oder gemieteten Sachen oder Schlüsselschäden gar nicht oder nur in kleinen Summen versicherbar.“

Mittlerweile enthalten viele Tarife eine automatische Umstellung des Leistungskatalogs auf die jeweils aktuelle Bedingungsgeneration des Versicherers. Bei einigen alten Policen ist laut Drescher aber immer noch „manuelles“ Umdecken angesagt.

Als weitere wichtige Leistung, die mittlerweile in allen Haftpflicht-Verträgen enthalten sein sollte, nennt Makler Gerd Kemnitz die Übernahme von Schäden, die durch elektronischen Datenaustausch und Internetnutzung entstanden sind. „In wirklich älteren Policen dürfte dieser Baustein häufig fehlen“, mahnt Kemnitz.

Makler muss für Versäumnisse haften

Makler sollten berücksichtigen, dass es nicht nur dem Wohl ihrer Kunden dient, deren Versicherungssumme oder Vertragsbedingungen regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Tatsächlich tun sie sich damit selbst etwas Gutes, auch wenn das Vertragsupdate nicht mit großer direkter Provision oder von Cross-Selling-Erfolgen belohnt wird.

Fehlt in den Bedingungen des Kunden beispielsweise die Leistung für Schäden in Folge von privatem Schlüsselverlust, so muss dieser selbst für den kostspieligen Austausch der Schließanlage im Mietshaus aufkommen.

Diese Kosten kann der Kunde aber gegebenenfalls beim Makler einklagen, wenn längst entsprechende Bedingungen existieren und der Makler seinen Vertrag trotz Betreuungspflicht nicht auf den neuesten Stand gebracht hat. 

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