Vorsicht, Falle! Gesundheitsfragen im Fokus

Pflegegeld von Sebastian Wilhelm

Sie sind zur Risikoabschätzung unverzichtbar, sorgen aber immer wieder für Kundenfrust: Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag. Makler sollten für maximale Risikoreduktion sorgen.

Fotoquelle: fotolia.com / Urheber: Wrangler

Jeder Makler mit ein paar Jahren Berufserfahrung kennt die Situation: Ein Kunde hat aus Unachtsamkeit oder Vergesslichkeit eine Gesundheitsfrage unvollständig beantwortet, der Versicherer verweigert daraufhin die Leistung. Verzweifelt macht der Kunde seinem Makler Vorwürfe – doch der ist schließlich kein Medizinprofessor. Und selbst wenn, dann müsste er sich ebenso auf die Angaben seiner Kunden bei der Antragsstellung verlassen.

Vermutlich dürften die Gesundheitsfragen bzw. die Konsequenzen ihrer inkorrekten Beantwortung großen Anteil am Ergebnis einer 2014er-Umfrage haben: Unter den Gründen dafür, keine private Pflegevorsorge getroffen zu haben, landete „Versicherung zahlt eh nicht“ auf Rang eins. 61 Prozent der Befragten stimmten dieser unhaltbaren Aussage zu.

Dabei gibt es praktisch nur einen Grund, den Versicherer für eine Leistungsverweigerung geltend machen können, wenn der Leistungsfall eingetreten ist: falsch oder unvollständig beantwortete Gesundheitsfragen.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Gerade weil Makler in diesem Punkt auf die Kooperation ihrer Kunden angewiesen sind, sollten sie diesen den Ernst der Lage eindringlich verdeutlichen. Viele Kunden tendieren dazu, die Gesundheitsfragen mal schnell abzuhaken. Dass auch vermeintlich unbedeutende Bagatell-Behandlungen, die Jahre zurückliegen, relevant sein können, ist bei Weitem nicht allen klar. Ebenso wenig, dass Versicherer im Rahmen der Leistungsprüfung regelmäßig Erkundigungen einziehen, bei Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und/oder sonstigen medizinischen Einrichtungen.

Es sollte daher möglichst lückenlos dokumentiert werden, welche Behandlungen im Abfragezeitraum vorgenommen wurden – auch wenn es sich vermutlich nicht um „schwere“ oder „folgenreiche“ Erkrankungen gehandelt hat. Dabei helfen Auflistungen des Krankenversicherers und/oder der Behandler, die zur Mitwirkung gegen Kopierkostenerstattung verpflichtet sind.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die „Qualität“ der Gesundheitsfragen. Generell gilt: je offener, desto riskanter. Offene Fragen zielen beispielsweise zeitlich unbegrenzt auf jegliche Behandlungen ab, während geschlossene nur bestimmte aufgetretene Erkrankungen in einem Zeitraum von zum Beispiel fünf Jahren erheben (Antwortmöglichkeiten: Ja/Nein). Einige Versicherer kommen Maklern und Kunden mit einfachen, geschlossenen Gesundheitsfragen entgegen. Diese senken das Risiko einer Falschbeantwortung – und haben zudem den willkommenen Nebeneffekt, den Abschlussprozess abzukürzen. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare