S&K: 8 1/2 Jahre Haft und auf freiem Fuß

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Im Prozess gegen die Immobiliengruppe S&K sind die Urteile gegen die Firmengründer ergangen. Beide müssen je 8 1/2 Jahre in Haft - wieviele sie davon aber tatsächlich noch absitzen müssen, bleibt abzuwarten.

Jonas K. und Stephan S. mit ihren Anwälten im Frankfurter Gerichtssaal.

Jonas K. und Stephan S. mit ihren Anwälten im Frankfurter Gerichtssaal. Foto: dpa

Die beiden Gründer des Frankfurter Immobilien-Unternehmens S&K, Stephan S. und Jonas K., müssen für jeweils 8 ½ Jahre wegen Untreue in Haft. Zu dieser Strafe verurteilte die beiden an diesem Mittwoch das Frankfurter Landgericht. Abzuziehen hiervon sind allerdings die vier Jahre Untersuchungshaft.

S. und K. konnten den Gerichtssaal nach dem Urteilsspruch allerdings auf freiem Fuß verlassen – das Gericht entschied, dass die beiden ihre restliche Haftzeit zu einem späteren Zeitpunkt antreten können. Ob die beiden danach wirklich noch die vollen 4 ½ Jahre absitzen müssen, bleibt abzuwarten. Möglich sei auch eine Aussetzung der Haft nach der Hälfte bzw. zwei Dritteln der Zeit – hierüber werde ein anderes Gericht entscheiden, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.  

Auch gegen zwei weitere Angeklagte ergingen Urteile über sechs beziehungsweise viereinhalb Jahren Haft.

Mit den Urteilen endete ein Prozess, der seit 2015 lief und erst dadurch verkürzt werden konnte, indem die Staatsanwaltschaft auf den Vorwurf des schweren und bandenmäßigen Betrugs verzichtete. Wäre auch dieser Punkt verhandelt worden, hätte sich das Verfahren möglicherweise über weitere Jahre hingezogen. Im Gegenzug hatten die beiden Angeklagten die ihnen zur Last gelegte Untreue gestanden.  

Die S&K-Gruppe hatte seit 2008 Immobilien gekauft und teurer weiterverkauft. Anlegern versprachen sie Renditen von über 100 Prozent. Über 11.000 Anleger glaubten dies und fielen dabei unter anderem auf gefälschte Immobiliengutachten herein, die einzelne Gebäude weit zu hoch bewerteten. Rund 240 Millionen gingen Anlegern auf diese Weise verloren.  

Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte der Prozess nicht allein durch seinen Umfang (Anklageschrift war über 3.000 Seiten lang), sondern auch durch einen Fluchtversuch aus dem Fenster.   

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