Schwarzer Mittwoch: London reicht Brexit ein – Fusion der Börsen London und Frankfurt ist geplatzt

Investmentfonds von Michael Fiedler

Die vergangene Woche servierte gleich zwei Schreckensmeldungen an einem Tag: Theresa May reichte wie geplant den Artikel 50 ein – und vollzog damit den offiziellen Beginn des Brexit-Prozesses, der in zwei Jahren abgeschlossen werden soll. Das Ende des Prozesses ist noch völlig offen.

Lars Reiner Brexit Börsenfusion geplatzt

Gescheiterte Börsenfusion und Brexit: Lars Reiner stellt keinen signifikanten Einfluss auf die Kurse an der Börse fest. Bild: Ginmon

Gleichzeitig gab die EU-Kommission bekannt, dass die Fusionspläne zwischen der Londoner und der Frankfurter Börse geplatzt seien. Zwar wurde als offizielle Begründung angegeben, dass die Londoner an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS festhalten würden, was zu einer Monopolstellung der Superbörse geführt hätte.
Dass aber der Brexit der eigentliche Grund für das vorzeitige Aus der Fusionspläne gewesen sein könnte, pfeifen nicht nur die Londoner Spatzen von den Dächern.

Auf den Kapitalmärkten wurde der Doppelschlag gelassen hingenommen: Sowohl DAX als auch Eurostoxx50 setzten nach dem Schwarzen Mittwoch ihre Seitwärtsbewegung weiter fort.
Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Denn beides war schon vorher bekannt, und nur das zählt an den Kapitalmärkten. So sind Brexit und gescheiterte Börsenfusion sicher ein schwarzer Tag für Europa – die Kapitalmärkte haben das Ereignis längst abgehakt, wie auch Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des Frankfurter Robo-Advisors Ginmon beschreibt:
„Die Reaktionen der Börse auf die Einreichung nach Artikel 50 zeigen einmal wieder, dass bereits vorhergesehene Ereignisse keinen signifikanten Einfluss auf die Kurse an der Börse haben. Die negativen Folgen dessen sind schon seit einem Dreivierteljahr eingepreist. Gut beraten ist daher der, der sich von solchen Meldungen nicht in seinem Investitionsverhalten beeinflussen lässt.“

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