Provisionsabgabeverbot: Vermittler können gegen Vermittler klagen

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Überwachen soll die BaFin in Zukunft auch das sogenannte Durchleitungsgebot. Wenn Kunden also beim Versicherungsberater ein Honorar zahlen, muss er die Vermittlungskosten in Form einer Gutschrift vom Versicherer erstattet bekommen. Wieviel Arbeit hier auf die BaFin zukommt, bleibt abzuwarten. Denn die Finanzaufsicht merkt an: „Ob und in welchem Umfang sich Honorarberatung am Markt durchsetzen kann, ist derzeit allerdings noch nicht absehbar.“ Schließlich gäbe es laut Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertages derzeit nur 311 Versicherungsberater – denen stehen 227.978 Versicherungsvermittler gegenüber.  

Ob die hier von der BaFin skizzierten Entwicklungen jedoch überhaupt eintreffen werden, bleibt abzuwarten. Noch liegt die Umsetzung der IDD lediglich als Gesetzesentwurf vor. Erst vergangene Woche hatte sich der Bundesrat beispielsweise gegen das Provisionsabgabeverbot ausgesprochen. Ein verbraucherschützender Effekt sei nämlich hieraus „auf den ersten Blick nicht erkennbar“, urteilte die Länderkammer. Auch die jetzigen Vorhaben im Bezug auf das Durchleitungsgebot bewertete der Bundesrat kritisch – und sprach sich stattdessen dafür aus, die Versicherer zu verpflichten, „für sämtliche Versicherungsverträge, die sie zu Bruttotarifen anbieten, auch einen leistungsidentischen Nettotarif anzubieten“.  

Mit einer Gegenäußerung der Bundesregierung zu den Änderungswünschen des Bundesrates wird in der kommenden Woche gerechnet. Erstmals im Bundestag diskutiert werden soll die IDD-Umsetzung dann am 30. März. 

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