Mit der Wohngebäudeversicherung ist wieder Geld zu verdienen

Versicherungen von Martin Thaler

Seit 2001 machten die Wohngebäudeversicherer Verluste - 2016 kehren sie nun erstmals in die Gewinnzone zurück. Dieser Ausflug könnte sich allerdings als kurzfristig erweisen.

Da es 2016 weniger Naturkatastrophen gab, konnten die Wohngebäudeversicherer in die Gewinnzone zurückkehren.

Da es 2016 weniger Naturkatastrophen gab, konnten die Wohngebäudeversicherer in die Gewinnzone zurückkehren. Foto: reslmaier - Pixabay.de

Es war ein Trauerspiel (Pressetenor), das seit 2001 ununterbrochen anhielt: die defizitäre Situation der deutschen Wohngebäudeversicherer. Von 2001 bis 2015 schrieben die Versicherer rote Zahlen. Viele Versicherer erhöhten hierauf ihre Prämien. Auch 2016 sollte  keine Ausnahme bilden – eigentlich. Im Januar hatte der Versicherungsverband GDV die Schaden-Kosten-Quote der Unternehmen noch mit 101 Prozent beziffert. Das war zwar geringfügig weniger als noch im Vorjahr (101,4 Prozent), jedoch noch immer überstiegen die Kosten die Prämieneinnahmen.  

Nun wurden die Zahlen korrigiert und siehe da: Die Schaden-Kosten-Quote liegt nur noch bei 97 Prozent. Die Unternehmen konnten dabei 6,8 Milliarden Euro an Einnahmen verbuchen – dem standen Kosten von 4,7 Milliarden Euro gegenüber.  

Der Grund für die überraschende Rückkehr in die Gewinnzone ist allerdings eher in einer Ausnahmesituation begründet: einem Jahr, das insbesondere in der zweiten Jahreshälfte keine Naturkatastrophen mit hohen Versicherungsschäden bot.  „Die Wohngebäudeversicherer sind daher 2016 mit einem blauen Auge davon gekommen, denn trotz der heftigen Sommerunwetter vor allem im Süden und Westen Deutschlands war es aus Versicherungssicht ein unterdurchschnittliches Naturgefahrenjahr“, erkärte GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause.  

Um das Sorgenkind Wohngebäudeversicherung auch auf lange Sicht wieder profitabel zu gestalten, wollen viele Versicherer zunehmend auf das Thema Elementarschutz setzen, wie eine Studie der Beratungsfirma Simon-Kucher & Partners ergab. So solle die Elementar-Anbündelungsquote erhöht werden, um gleichzeitig höhere Prämien verlangen zu können, so ein Ergebnis der Studie. 

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