MiFID-II-Umsetzung: Kabbelei um das Provisionsverbot

Berater Investmentfonds von Martin Thaler

Am Mittwoch wird im Bundestag über die Umsetzung der MiFID-II-Richtlinie diskutiert. Dem Bundesverband Verbraucherzentrale geht diese nicht weit genug. Auch die Grünen hakten im Vorfeld schon einmal beim Thema Provisionen nach.

Spricht sich für ein Provisionsverbot bis 2023 aus: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn.

Spricht sich für ein Provisionsverbot bis 2023 aus: Verbraucherschützerin Dorothea Mohn. Foto: vzbv

An diesem Dienstag beschäftigt sich der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages mit dem zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz (BT-Drucksache 18/10936), also der Umsetzung der MiFID-II-Richtlinie in deutsches Recht.

Zahlreiche Experten werden vor Ort zu den Parlamentariern sprechen, um ihre Standpunkte zu der Gesetzesnovellierung kundzutun, darunter der Bundesverband der Wertpapierfirmen, der Bundesverband Deutscher Vermögensberater, der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), aber auch Brot für die Welt und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).  

Dieser hat sich vor der morgigen Sitzung noch einmal mittels Pressemitteilung zu Wort gemeldet, um seinen Ansichten Nachdruck zu verleihen. Hauptaugenmerk der Verbraucherschützer ist dabei die Provisionsberatung, die ein Dorn im Auge des vzbv ist.  

„Die Qualität der provisionsbasierten Anlageberatung ist nachweislich unzureichend. Ursprung allen Übels sind aus vzbv-Sicht Provisionen und die daraus resultierenden Fehlanreize“, so Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv. „Der Gesetzgeber muss handeln und den Ausstieg aus der Provisionsberatung gesetzlich beschließen.“ Dabei schwebt der Verbraucherzentrale Bundesverband ein konkretes Datum vor – bis 2023 soll die Provisionsberatung abgeschafft sein.  

Die fünfjährige Übergangszeit solle ermöglichen, dass sich die Kreditinstitute auf die Änderungen auch einstellen können.  „Bis zum endgültigen Ausstieg aus der Provisionsberatung muss ein fairer Wettbewerb um die bessere Beratungsform hergestellt werden“, so Mohn. „Nur so können sich gute, unabhängige Alternativen zur Provisionsberatung am Markt entwickeln.“  

Seite 1: Provisionsberatung bis 2023 abschaffen
Seite 2: Das ist die Meinung der Bundesregierung

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare