Mehr Haus fürs Geld – wo sich ein Eigenheim lohnt

Sachwerte von Michael Fiedler

Wo kosten die eigenen vier Wände wieviel? Lohnt sich eher ein Haus oder die Eigentumswohnung? Welche preislichen Unterschiede es zwischen den Bundesländern gibt.

So teuer ist Wohnen in Deutschland

Wo kostet Wohneigentum wieviel? Die interaktive procontra-Grafik zeigt es. Foto: Andy Dean - fotolia

Die Wohneigentumsquote in Deutschland stagniert. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland auf den hinteren Plätzen: Gerade einmal 52,5 Prozent beträgt der Anteil an Wohnungen, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden.

Eine wesentliche Besserung dieser Situation ist allerdings nicht zu erwarten. So beklagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte vom IW Köln, dass die Hürden für den Erwerb von Wohneigentum zu hoch seien: „Viele Banken verlangen 20 Prozent Eigenkapital, wenn sie ein Haus oder eine Wohnung finanzieren sollen. Hinzu kommen Notarkosten und die Grunderwerbssteuer von bis zu 6,5 Prozent, die Käufer zahlen müssen. Das macht es Menschen mit niedrigem Einkommen nahezu unmöglich, zum Eigentümer zu werden.“

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beobachtet eine Zweitteilung in Deutschland. Zum einen Ballungsräume und Metropolregionen, in denen die Deutschen vermehrt nach Wohnraum suchen. Dieser ist jedoch knapp. Die Folge: stark steigende Mieten und Kaufpreise. Auf der anderen Seite befindet sich der ländliche Raum, der von Abwanderung geprägt ist. Dies führe „zu Preisverfall und erodierender Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes“.  

Wie entwickeln sich die Preise?

In der Branche werden erste Stimmen laut, die fallende Immobilienpreise voraussagen. Zuletzt veröffentlichte der zentrale Immobilienausschuss (ZIA) ein Gutachten, das ein Ende des Booms bei Wohnungen und Häusern in Deutschland prognostiziert – zumindest für Berlin, München und Teile Hamburgs. Gerade in München und Berlin stünden die derzeit geforderten Kaufpreise vielfach in keiner sinnvollen Relation mehr zu den Rahmenbedingungen, so die Autoren.

Auch Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein & Co. AG, sieht die Entwicklung differenziert: „Bei den begehrten Standorten ist teilweise kaum mehr Spielraum – die zum Teil drastischen Preissteigerungen der letzten Jahre wird es in einzelnen Gebieten der Großstädte in den kommenden Jahren nicht mehr geben. Auch in den nächsten Jahren nimmt die Nachfrage nach Immobilien deutschlandweit tendenziell zu. Was am Markt zu sehen ist, sind Überlaufeffekte. B- und C-Lagen, die bisher weniger im Käuferfokus standen, werden überproportionale Preissteigerungen erfahren.
Auch wegen der weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen und mangelnden Anlagealternativen erwarte Dr. Klein keine deutliche Entspannung und erst recht keinen Einbruch bei den Immobilienpreisen.

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