LVRG: Kommt eine (weitere) Provisionsobergrenze?

Berater Top News von Florian Burghardt

Seit 2015 sind die Abschlusskosten in der Lebensversicherung auf 25 Promille begrenzt. Kritikern geht das aber nicht weit genug. Nächstes Jahr wird das LVRG überprüft. Laut einem Medienbericht wird bereits über einen weiteren Provisionsdeckel diskutiert.

Eine (weitere) Beschränkung der Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen könnte während der LVRG-Überprüfung im nächsten Jahr zum Thema werden.

Eine (weitere) Beschränkung der Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen könnte während der LVRG-Überprüfung im nächsten Jahr zum Thema werden. Bild: homar/Pixabay.com

Am 06.08.2014 ist das Lebensversicherungsreformgesetz in Kraft getreten. Schon bei der damaligen Einführung stand fest, dass es 2018 einer Überprüfung im Bundestag unterzogen wird. Der Gesetzgeber will dann entscheiden, ob das LVRG seinen Ansprüchen genügt oder ob nachgebessert werden muss.

Wichtiger Austauschpartner für die Politik in Sachen LVRG-Überprüfung ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dieser wird eine interne Arbeitsgruppe einsetzen, um sich auf die anstehende Entscheidungsfindung vorzubereiten. „Innerhalb der Gruppe sollen Ideen für die Zukunft des LVRG diskutiert werden“, sagte Christian Ponzel, Leiter der externen Kommunikation beim GDV, auf procontra-Nachfrage.

Eine dieser Ideen könnte auch eine Obergrenze für die Provisionen in der Lebensversicherung sein. Nach einem Bericht des Versicherungsmonitors wurde dieser Vorschlag bereits diskutiert, auf das Drängen einiger großer Marktteilnehmer hin aber erst einmal wieder gestoppt.

Laut GDV-Sprecher Ponzel befindet sich die Arbeitsgruppe momentan noch in ihrer Gründung und sei, zumindest offiziell, bisher noch gar nicht zusammengetreten.

Abschlusskosten-Bremse besteht seit 2015

Wie ein möglicher Provisionsdeckel aussehen könnte, darüber kann bislang auch nur spekuliert werden. Möglich wäre eine Handhabung analog der privaten Krankenversicherung (maximal 9 Monatsbeiträge). Fraglich wäre dann trotzdem, ob die Grenze bei einer bestimmten Anzahl von Monatsbeiträgen oder bei einem konkreten Geldbetrag gezogen wird.  

Beim Vorschlag einer LV-Provisionsobergrenze sollte auch nicht vernachlässigt werden, dass eine solche durch das aktuelle LVRG bereits existiert. Schließlich sind die Abschlusskosten für Lebenprodukte durch die Absenkung des Höchstzillmersatzes von 40 auf 25 Promille seit 2015 bereits begrenzt.

Der Bafin gehen die bisherigen Absenkungen der Vertriebskosten aber noch nicht weit genug. Schon mehrfach hatte deren Exekutivdirektor, Dr. Frank Grund, erklärt, dass die Versicherer noch deutlich mehr tun müssten, um Kostenentlastungen für die Verbraucher zu schaffen.

Der procontra-LV-Check 2016 hatte indes gezeigt, dass die Abschlussaufwendungen der Lebensversicherer im ersten LVRG-Bilanzjahr bereits merklich zurückgegangen sind. 

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