Grafik: Thüringer setzen auf private Altersvorsorge

Berater Infografik von Martin Morgenstern, Martin Thaler

Wie sparen die Deutschen? Und aus welchen Gründen? In welchen Ländern ist die private Altersvorsorge weit verbreitet? Diesen Fragen widmet sich eine neue Studie und offenbart große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.

Insbesondere in Thüringen betreiben viele Menschen private Altersvorsorge.

Insbesondere in Thüringen betreiben viele Menschen private Altersvorsorge. Foto: maria-anne - Pixabay.de

Deutschland ist das Land der Sparer, heißt es ja immer so gerne. Die niedrigen Zinsen haben daran nichts geändert: Jeder zweite Deutsche legt sich jeden Monat Geld zurück. Doch wenn es konkret wird, es um die Höhe und die Regelmäßigkeit der Sparrücklagen geht, gibt es zwischen Schleswig-Holstein, Berlin und Bayern doch sehr große Unterschiede, wie eine neue Studie der Kapitalanlagegesellschaft Union Investment zeigt.  

Diese Umfrage zeigt: Besonders eifrig sparen die Menschen in Niedersachsen und Bremen (55,7 Prozent legen monatlich etwas zurück), in Rheinland-Pfalz und im Saarland (55,4 Prozent) sowie in Thüringen (55,2). Sparmuffel sind hingegen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern (44,7 Prozent), Hamburg (44,1) sowie Berlin zu finden (39,6). Auch die Zahl der Nichtsparer ist in der Bundeshauptstadt mit 15,3 Prozent am höchsten (Durchschnitt: 10,4 Prozent) – in Mecklenburg ist die Nichtsparerquote mit 7,3 Prozent hingegen am geringsten.  

„Man sieht, dass regelmäßiges Sparen nichts mit dem Einkommen oder dem vorhandenen Vermögen zu tun hat. Gerade in einigen finanzschwächeren Bundesländern sparen die Menschen sehr engagiert“, sagt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.  

Die höchsten Sparvermögen sind derweil im Süden Deutschlands zu finden. In Bayern gaben knapp 60 Prozent, mehr als 10.000 Euro an Erspartem zu besitzen.  

Thüringer setzen auf private Altersvorsorge

Interessant sind auch die Unterschiede bei den Sparmotiven, insbesondere wenn es um die Altersvorsorge geht. Hier zeigt sich, das besonders Menschen in Thüringen die private Altersvorsorge wichtig ist. 34,2 Prozent gaben an, im Besitz einer privaten Altersvorsorge zu sein. In Berlin (19,5 Prozent) sowie Mecklenburg-Vorpommern (18,7 Prozent) sind dies wesentlich weniger.  

Thüringen liegt auch auf den vorderen Plätzen, wenn es darum geht, dass aus Gründen der privaten Altersvorsorge gespart wird. 55,3 Prozent der Thüringer gaben die private Altersvorsorge als Sparmotiv an – nur in Hessen sind es mehr (55,5 Prozent, siehe Grafik). Schlusslicht ist hier abermals Berlin (44,8).   Optimistisch im Hinblick auf ihr Leben im Alter sind hingegen die Sachsen. 36,6 Prozent gaben an, für ihren Lebensabend zu wenig zurückzulegen, jedoch dennoch zu glauben, dass sie das trotzdem irgendwie hinbekommen würden. 

Bei der Sparrate liegen die Thüringer allerdings auf den hinteren Plätzen. 49,2 Prozent gaben an, bis 150 Euro im Monat zurückzulegen - auch in den übrigen neuen Bundesländern sind die Sparraten offenbar geringer als im Westen. 

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